Damian Apfeld: „Wir wollen aufsteigen!“

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Hat Ratingen 04/19 zu einem Spitzenteam geformt: Trainer Damian Apfeld. Foto: Nestoras Stergiopoulos

(mmm) Geschafft! Am vergangenen Freitag (1. Mai) verteidigte Ratingen 04/19 die Tabellenführung in der Oberliga Niederrhein mit einem 1:0 Auswärtssieg bei ETB Schwarz-Weiß Essen. Damit lebt der Traum vom Aufstieg in die Regionalliga West weiter, zumal die Germania nach zuletzt sieben Gegentoren in zwei Spielen hinten „sauber“ blieb. Trainer Damian Apfeld über das Spiel in Essen, den nächsten Gegner VfB Homberg (8. Mai, 19.30 Uhr, Stadion Ratingen) und das Miteinander im Verein.

Die Saison 2025/26 geht in die entscheidende Phase. Und mit dem Auswärtssieg in Essen meldet sich Ratingen als Favorit zurück. Wie groß sind die Aufstiegschancen?

Wir wollen aufsteigen! Wir waren – trotz eines großen Umbruchs der Mannschaft zu Saisonbeginn – von Anfang an die Gejagten. Das Spiel in Essen war zwar kein Feuerwerk, aber die Mannschaft hat nach dem Uerdingen-Spiel Reaktion gezeigt, den Kopf frei bekommen. Das gibt uns Sicherheit für die letzten vier Spiele der Saison. Wir können Regionalliga.

Was gab den Ausschlag zum Beginn der Saison nach Ratingen zu wechseln? 

Ich hatte das Gefühl, dass ich mich im Verein mit seinem Umfeld sehr wohl fühlen kann und gerne nach Ratingen fahre – und das wir gemeinsam erfolgreich sein können.

Welches Bild hatten Sie vom Verein vor Ihrer Verpflichtung? 

Mein Bild von außen war, dass der Verein sehr seriös geführt wird, man sich sehr wohl fühlen und erfolgreich arbeiten kann. Nach knapp einem Jahr kann ich sagen: Genau so ist es! Am besten gefällt mir das miteinander im Verein. Vorstand, sportliche Leitung, U19, U23 – alle ziehen an einem Strang und unterstützen sich. Es ist auch nicht selbstverständlich, dass bei jedem Heimspiel von uns eine Jugendmannschaft die Balljungs stellt. Auch das spiegelt das Miteinander im Verein.

Wohl selten in dieser Saison stimmte die Fußball-Floskel „der Kopf ist das dritte Bein“ wie im Spiel gegen den KFC Uerdingen. Die Verunsicherung im Team, das eine überragende Saison spielt, war vom Anpfiff hin spürbar …

Ja, das stimmt. Unsere Verunsicherung im Spiel gegen den KFC Uerdingen war vom Anpfiff zu erkennen. Ich gebe auch zu, das ich damit überhaupt nicht gerechnet habe. Wir als Trainerteam versuchen, die Mannschaft in allen Bereichen zu unterstützen, sicherlich auch im mentalen Bereich. Ich glaube, dieser Bereich wird im Endspurt um den Aufstieg auch der wichtigste sein.

„Wir planen ligaunabhängig.“

Wie plant man den Kader für die nächste Saison? Keine einfache Aufgabe, wenn die Liga noch nicht feststeht …

Die Regionalliga wird als Profiliga eingestuft, aber Ratingen 04/19 ist kein Profiverein. Das wird sich auch bei einem Aufstieg nicht ändern. Wir planen ligaunabhängig, setzen auf Spieler aus der Region. Die Faktoren Budget, Kaderstruktur und Profile sind klar definiert. Es wird definitiv ein paar Veränderungen im Kader geben. Wie groß diese am Ende ausfallen, können wir derzeit noch nicht beantworten. Aber es wird keinen kompletten Umbruch geben.

Was ist für Sie das größte Glück als Fußballtrainer – und privat?

Sehr spannende Frage. Ich empfinde das größte Glück als Fußballtrainer, die Möglichkeit zu haben, junge Menschen auf ihrem Weg zu unterstützen und zu begleiten. Privat ist Gesundheit sicherlich der größte Hebel.

Welche Fußballregel würden Sie ändern?

Speziell im Amateurbereich wird die Nettospielzeit immer weniger. Zum einen liegt das daran, das alle fünf Wechsel einzeln getätigt werden dürfen. Zu 95% finden dann in der 2. Halbzeit mitunter zehn Ein- und Auswechslungen statt. Hier sollte man die Regel aus dem Profibereich übernehmen und nur drei Wechsel-Slots zulassen.

Was schätzen Sie am modernen Fußball?

Die extreme Weiterentwicklung in Sachen Tempo, Taktik und Professionalität. Hinzu kommen die technische Qualität und Präzision.

Wofür steht Damian Apfeld?

Niemals aufgeben und geradlinig sein.

Der VfB Homberg als nächster Gegner am Flutlicht-Freitag ist zumindest von der Papierform eine lösbare Aufgabe …

… wobei Homberg mit sehr guten Oberliga-Spielern gespickt ist. Eine Mannschaft, die an jedem Spieltag jeden schlagen kann. Wir lassen uns da nicht vom aktuellen Tabellenplatz blenden und werden sehr fokussiert an die Aufgabe gehen.