
Ratingen | Es sind oft genau diese Momente, die zeigen, wie viel Herzblut in einem Projekt steckt. Als am 14. April die Broschüren des „Dorfgesprächs“ in einfacher Sprache an die Schule im Neandertal, Standort Ratingen, übergeben wurden, ging es nicht nur um bedrucktes Papier. Es ging um Heimat, um Teilhabe und um die Frage, wie Geschichte so vermittelt werden kann, dass wirklich alle Kinder einen Zugang dazu finden.
Das „Dorfgespräch“ gehört seit Jahren zu den besonderen Projekten im kulturellen Leben Lintorfs. Entstanden aus der Zusammenarbeit der Lintorfer Heimatfreunde mit den Grundschulen, verbindet es historische Bildung mit echtem Erleben. Kinder schlüpfen in Rollen aus vergangenen Zeiten, ziehen passende Kleidung an und erzählen an originalen Orten Geschichten aus dem Dorf. So wird Geschichte lebendig, anschaulich und greifbar.
Dass dieses Projekt weitergeführt und zugleich behutsam weiterentwickelt wird, ist nun auch mit einem personellen Wechsel verbunden. Stefanie Kellersmann hat die Verantwortung für das „Dorfgespräch“ übernommen und führt damit ein Herzensprojekt fort, das über Jahre von Walburga Dörrenberg-Fleermann aufgebaut und geprägt wurde. Damit steht das „Dorfgespräch“ nicht nur für gelebte Heimatgeschichte, sondern auch für Kontinuität, Verlässlichkeit und neues Engagement.
Gerade dieser Übergang macht die aktuelle Entwicklung besonders. Denn mit der Übergabe der Broschüre in einfacher Sprache wird deutlich, dass Bewährtes nicht einfach nur erhalten, sondern mit Blick auf die Gegenwart weitergedacht wird. In Zusammenarbeit mit der Schule im Neandertal wurde die Broschüre so aufbereitet, dass Barrieren abgebaut und mehr Kinder erreicht werden können. Unterstützt wurde das Vorhaben durch eine Spende der Werbegemeinschaft Lintorf, die den Druck der Hefte ermöglicht hat.
Übergeben wurden die Exemplare an die „Waschbären“-Klasse. Klassenlehrerin Janine Pitzius bedankte sich herzlich und verwies darauf, mit wie viel Liebe die Kinder die „Danke“-Buchstaben gestaltet hätten. Zugleich wurde spürbar, wie wichtig es für die Schule ist, Teil der lebendigen Gemeinde Lintorf zu sein und das eigene Umfeld gemeinsam mit den Kindern zu entdecken.
So steht diese Übergabe für weit mehr als ein Schulprojekt. Sie zeigt, wie aus Heimatverbundenheit, ehrenamtlichem Einsatz und einer guten Idee etwas entstehen kann, das Generationen verbindet. Und sie macht deutlich, dass das „Dorfgespräch“ auch unter der Verantwortung von Stefanie Kellersmann seinen festen Platz in Lintorf behalten wird.



