Wilde Müllkippen im Visier: Ratingens Mülldetektive legen los

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Jörg Frohnhoff (l.) und Timo Dymarkowski (r.) sind ab sofort im Einsatz, um illegale Müllsünder aufzuspüren, Amtsleiter Stefan Elias (2.v.l.) und Umweltdezernent Prof. Dr. Bert Wagener sind davon überzeugt, dass die Mülldetektive die Quote der Ermittlungserfolge erhöhen wird. Foto: Stadt Ratingen
Jörg Frohnhoff (l.) und Timo Dymarkowski (r.) sind ab sofort im Einsatz, um illegale Müllsünder aufzuspüren, Amtsleiter Stefan Elias (2.v.l.) und Umweltdezernent Prof. Dr. Bert Wagener sind davon überzeugt, dass die Mülldetektive die Quote der Ermittlungserfolge erhöhen wird. Foto: Stadt Ratingen

Ratingen | Ein halber Hausrat im Wald, palettenweise Obst auf einem Wanderparkplatz, Abfälle neben Sammelcontainern: Wer seinen Müll in Ratingen einfach irgendwo ablädt, soll künftig häufiger ermittelt und zur Verantwortung gezogen werden. Ab dem 1. Oktober sind zwei Mülldetektive im Einsatz. Jörg Frohnhoff und Timo Dymarkowski, erfahrene Mitarbeiter des Amtes für kommunale Dienste, sollen gezielt die Verursacher illegaler Müllablagerungen aufspüren.

Die Botschaft der Stadt ist deutlich: Aufräumen allein reicht nicht. Wer öffentliche Plätze und die Landschaft als kostenlose Müllkippe benutzt, muss mit konsequenter Verfolgung und empfindlichen Bußgeldern rechnen.

Ein halber Hausrat – und eine Rechnung über 3.000 Euro

Dass sich die Spurensuche lohnt, zeigt ein Fall, über den die Stadt im April berichtete. Im Wald am Baulof, unweit des Blauen Sees, war ein halber Hausrat abgeladen worden. Die Beschäftigten konnten die Gegenstände einer Haushaltsauflösung in Leverkusen zuordnen. Die Spur führte zu einem Entrümpelungsdienstleister. Nach Angaben der Stadt musste dieser insgesamt 3.000 Euro bezahlen: 1.500 Euro Bußgeld und ebenso viel für die Entsorgung. Die vermeintlich billige Abkürzung in den Wald bekam damit ein teures Nachspiel.

Auch andernorts sind die Folgen sichtbar. Super Tipp berichtete im August 2025 über mehr als acht Paletten mit Wassermelonen, anderem Obst und Verpackungsmüll auf dem Wanderparkplatz „Am Sondert“ in Hösel. Bei sommerlichen Temperaturen sorgten die verderbenden Früchte für erheblichen Gestank. Ein Ort, der eigentlich Ausgangspunkt für Erholung im Grünen sein sollte, wurde zur Müllablage.

Auf dem Parkplatz vor der St.-Christophorus-Kirche in Breitscheid sorgten wiederum überfüllte Container, verteilte Kartonagen und wilde Ablagerungen für Beschwerden. Für den Containerstandort am Roten Turm beziehungsweise an der Alten Kölner Straße hatte die Verwaltung bereits im Juni stärkere Kontrollen zugesagt.

Gefährliche Funde statt bloßer Schönheitsfehler

Nach Angaben der Kommunalen Dienste konnte bislang jeder dritte Müllsünder ermittelt werden. Mit den beiden Mülldetektiven soll diese Quote steigen. Die Stadt verstärkt damit ihre Suche nach Verantwortlichen – sowohl für achtlos weggeworfenen Müll als auch für gezielt abgeladene größere Abfallmengen.

Besonders problematisch sind Farben, Lacke, Dachpappe, Gasflaschen, Benzinkanister, Autoreifen und Elektrogroßgeräte. Solche Funde beeinträchtigen das Stadtbild und können gefährliche Stoffe in die Umwelt bringen. Amtsleiter Stefan Elias weist darauf hin, dass gerade die Schadstoffentsorgung aufwendig ist und Gesundheitsgefahren für die Beschäftigten mit sich bringt.

Umweltdezernent Prof. Dr. Bert Wagener kündigt ein entschiedenes Vorgehen an: „Wenn wir Müllsünder erwischen, werden wir diese Verstöße rigoros verfolgen und empfindliche Bußgelder erlassen.“

Hinweise aus der Bürgerschaft helfen

Wer eine illegale Müllablagerung entdeckt, kann sie über den Mängelmelder der Stadt Ratingen melden. Das Angebot ist online und per App erreichbar und dient ausdrücklich auch dazu, wilde Müllkippen an die Verwaltung zu melden.

Für Müllsünder wächst damit das Risiko, dass ihre Hinterlassenschaften zum Ausgangspunkt von Ermittlungen werden. Der Fall am Baulof zeigt: Auch wer beim Abladen nicht beobachtet wird, kann später noch zur Verantwortung gezogen werden.