Kinder bauen sich ihre eigene Stadt

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Ratingen-West | Wie funktioniert eigentlich eine Stadt – und was passiert, wenn Kinder selbst entscheiden dürfen, welche Regeln dort gelten? Genau das erleben derzeit Kinder im Alter von acht bis 13 Jahren bei der „Kinderstadt Ratingen – deine Stadt, deine Regeln“ auf dem Abenteuerspielplatz an der Erfurter Straße 20.

Seit dem 17. August entsteht dort eine kleine Stadt mit eigenen Aufgaben, Betrieben und Strukturen. Noch bis Mittwoch, 26. August, planen, bauen und organisieren die jungen Bewohner ihr gemeinsames Stadtleben. Das Projekt gehört zum Ratinger Stadtjubiläum und steht unter dem Motto „Mitgestalten, Mitbestimmen, Miteinander leben“. Die Angebote sind inklusiv und barrierefrei angelegt. Finanziell getragen wird das Projekt durch die Stadt und die Firma Tünkers aus Ratingen. Insgesamt 80 Kinder nehmen teil.

Unterstützt werden die Kinder in verschiedenen Werkstätten. Dazu gehören unter anderem Gastronomie, Kreativ- und Handwerksangebote, Theater und Kultur sowie Bank und Verwaltung. Die Kinder übernehmen dabei ganz unterschiedliche Rollen: Sie arbeiten in Betrieben, organisieren Dienstleistungen, beschäftigen sich mit Geld und Verwaltung und erleben unmittelbar, dass eine Stadt nur funktioniert, wenn viele unterschiedliche Aufgaben ineinandergreifen.

Dabei geht es um weit mehr als eine Ferienbeschäftigung. Die jungen Teilnehmer treffen Entscheidungen, übernehmen Verantwortung und lernen spielerisch demokratische Prozesse kennen. So treffen sich die Kinder regelmäßig zu Ratssitzungen und fällen aufgrund der Weiterentwicklung der Stadt Entscheidungen. Die Bürgermeisterin, Alexis (12), setzt diese dann in Zusammenarbeit mit dem Orga Team um.

Dass zu einer funktionierenden Stadt auch eine eigene Öffentlichkeit gehört, versteht sich fast von selbst. Deshalb berichten die Kinder in ihrer eigenen Stadtzeitung, dem „extra-Blatt“, über das Geschehen. Zwei Ausgaben sind bereits erschienen. Die spannensten Themen der nächsten Tage legen die Redaktionsmitarbeitenden dann fest und recherchieren und interviewen. Viktoria, die Chefredakteurin, hat uns bei einem Besuch auch direkt Pauline an die Hand gegeben und so durften wir die gesamte Stadt kennenlernen. Auch ein Interview mit dem an diesem Tag anwesenden Notarzt Dr. Robert Huerkamp haben wir miterlebt. Er ist als Notarzt für die Malteser unterwegs und hat an diesem Tag den Kindern einen Einblick in die Arbeit des Rettungsdienstes am Beispiel seines Rettungswagens ermöglicht.

Einmal selbst in die Kinderstadt schauen

Während die kleine Stadt normalerweise ihren jungen Bewohnern gehört, öffnet sie zum Abschluss auch ihre Tore für Besucher. Am Mittwoch, 26. August, sind Eltern, Angehörige und alle Interessierten ausdrücklich eingeladen, sich die Kinderstadt anzusehen und einen Eindruck davon zu bekommen, was in den acht Projekttagen entstanden ist.

Das dürfte besonders spannend werden. Denn dann können die Erwachsenen einmal erleben, wie eine Stadt aussieht, wenn Kinder nicht nur mitspielen, sondern selbst planen, entscheiden und organisieren.

Und möglicherweise lässt sich dabei sogar die eine oder andere Idee entdecken, über die auch die große Stadt nachdenken könnte.

Die ersten beiden Ausgaben der Kinderzeitung und eine Fotogalerie:

Extrablatt_Kinderstadt