
Ratingen (FG) | Saison 2026 / 2027 hat sich auf einen Schlag erledigt!
Als die Eissporthalle Am Sandbach am 26. März 1981 feierlich eröffnet wurde, war ein Traum von Sportpolitikern in Ratingen Wirklichkeit geworden. Nach weniger als zweijähriger Bauzeit war damals für 13,2 Millionen D-Mark „Europas schönste und modernste Eishalle“ entstanden, und zwar ohne Säulen.
Die größte Spannweite der Dreigelenk-Leimbinderkonstruktion beträgt fast 78 Meter, die Scheitelhöhe 16,1 Meter über der Eisfläche. Das Hallendach wird durch Träger im Abstand von jeweils sechs Metern mit quer verlaufenden Sekundärträgern getragen. Eine Besonderheit der Dachkonstruktion: Die Holzleimbinder verlaufen von innen gut sichtbar unter dem Hallendach und tragen die Dachlast in sog. Eisenschuhen ab, die auf Fundamentsockeln außerhalb der Halle verankert sind.
Holzleimbinder maximalen Feuchtigkeits- und Temperaturschwankungen ausgesetzt
Durch diese damals neue, besondere Konstruktion bedingt sind die Holzleimbinder enormen Feuchtigkeits- und Temperaturschwankungen zum Teil in der Eissporthalle und zum Teil außerhalb ausgesetzt. Damit nicht genug: Die Spannungen und Belastungen der Holzleimbinder ändern sich massiv, wenn nach dem Trockenbetrieb im Sommer dann die Spielfläche unter Eis gesetzt und das Kleinklima in der Halle ziemlich abrupt vom Sommer in die Eiszeit katapultiert wird.
Die Folge bringt der Volksmund ganz gut zum Ausdruck: Das Holz „arbeitet“, will heißen, es passt sich permanent den ständigen Feuchtigkeits- und Temperaturänderungen an. Dabei kann es nicht ausbleiben, dass sich nach und nach Risse bilden. Um das im Blick zu haben, müssen Inspektionen durchgeführt und erforderlichenfalls Ausbesserungen vorgenommen werden. So gesehen kann man den holzbaufachlichen Mangelbefund als quasi normalen, d. h. im Zeitablauf zu erwartenden Wartungs- und Instandhaltungsbedarf ansehen.
Mängel nicht mit dem Schadensbild von 2012 identisch
Die Mängel im Jahr 2012 waren über einen langen Zeitraum unerkannt quasi verborgen in den Eisenschuhen außerhalb der Halle entstanden. Dort waren die Holzleimbinder durch jahrelange Durchnässungen weitgehend verfault und nicht mehr tragfähig. Im oberen Dachbereich gab es nicht derart massive Schäden, die damals zur Sofortschließung führen mussten. Heute scheint das Problem hingegen in Rissbildungen, aber nicht zu erneuten massiven Verfaulungen der Holzleimbinder zu liegen. Trotzdem muss die Halle – natürlich – als erste notwendige Sicherungsmaßnahme geschlossen, die Leimbinder müssen akribisch von sog. Holzsachverständigen beprobt, fachlich untersucht und ausgebessert werden. Das dauert seine Zeit – und kostet sicherlich eine namhafte sechsstellige Eurosumme. Aber die Sicherheit der Nutzerinnen und Nutzer sowie der städtischen Bediensteten in der Eissporthalle darf nicht auf die leichte Schulter genommen werden! Safety first!
Es hilft alles nichts. Wie vor 14 Jahren wird – wohl oder übel – eine Saison ohne die Eishalle in Ratingen überbrückt werden müssen.



