
Ratingen. Großer Applaus auf der Bühne des Cromford-Parkfests: Als die Gewinner des Innovationsförderpreises Ratingen am Sonntag bekannt gegeben wurden, war die Freude bei den Gründerteams groß. Nach einem mehrwöchigen Qualifizierungsprogramm und einem spannenden Pitch-Finale fand der Innovationsförderpreis am Wochenende seinen Höhepunkt. Die Ideen der drei Startups auf dem Treppchen hätten dabei kaum unterschiedlicher sein können:
Dass sich ausgerechnet eine Idee rund um öffentliche Bauausschreibungen den ersten Platz sicherte, mag auf den ersten Blick überraschen. Doch genau hier setzt „brixl“ an: Das Startup will den oft unübersichtlichen Ausschreibungsprozess für Bauunternehmen vereinfachen. Seine KI-Plattform bündelt Vergaben aus zahlreichen Portalen, bewertet sie inhaltlich und hilft Unternehmen dabei, passende Angebote schneller zu erstellen. Weniger Bürokratie, mehr Zeit fürs eigentliche Bauen – mit diesem Ansatz überzeugte das Team die Jury. Einen Nerv hat auch das Startup rund um das sogenannte „Sleep Pad“ getroffen. Das zweitplatzierte Projekt fokussiert sich auf die Entwicklung eines Vibrationsgerätes für Menschen mit dem Restless-Legs-Syndrom. Unter den Beinen platziert, soll es die Beschwerden durch gezielte Gegenstimulation lindern, ohne den Schlaf zu stören. Derzeit arbeitet das Team noch an den Prototypen.
Mit dem Startup „VIANU“ hat es noch eine weitere Gesundheitsinnovation aufs Treppchen geschafft. Statt den Weg ins Sanitätshaus anzutreten, genügt hier das Smartphone: Drei Fotos der Füße reichen aus, damit eine KI individuelle Einlegesohlen berechnet. Produziert werden sie anschließend per 3D-Druck. Auch der Sonderpreisträger „itemdrop“ setzt auf Digitalisierung im Alltag. Das System ersetzt die klassische Garderobenmarke durch eine kontaktlose Kartenlösung. Jeder Jacke wird automatisch ein Platz zugewiesen, die Abholung erfolgt ebenfalls per Kartentipp – eine Lösung, die vor allem Veranstaltungen und Clubs den Betrieb erleichtern soll.
Bereits am Freitag hatten alle zehn Finalteams ihre Ideen beim großem „Pitch-Day“ im Bürgerhaus Ratingen präsentiert. In jeweils fünf Minuten mussten sie die Fachjury von Innovationsgrad, Marktpotenzial und wirtschaftlicher Tragfähigkeit ihres Startups überzeugen. Insgesamt wurden Preisgelder und Sachpreise im Wert von rund 20.000 Euro vergeben.
Der vom Living Room Ratingen veranstaltete Wettbewerb zielt darauf ab die Stadt Ratingen als einen angesehen Gründerstandort zu etablieren und junge Unternehmen frühzeitig zu fördern und vernetzen. Die Teilnehmer in diesem Jahr haben aus Sicht des Stadtwerke-Vertreters Jens Schmidt dabei bereits einen entscheidenden Beitrag geleistet: „Für mich persönlich war es beeindruckend zu sehen mit wie viel Engagement die Gründerszene in Ratingen großen Schrittes auf eine prosperierende Zukunft zusteuert“, erklärt er rückblickend. Auch die Sparkasse Hilden-Ratingen-Velbert kündigte an, den Wettbewerb weiterhin unterstützen zu wollen. So berichtete Vorstandsvorsitzender Udo Zimmermann: „Es steht außer Frage, dass die Sparkasse HRV auch in Zukunft zu den Unterstützern dieses herausragenden Formats gehören wird.“




