Mitmachen bei der Tafel Ratingen: „Jede helfende Hand zählt!“

0
10
Engagieren sich bei der Lebensmittelausgabe beziehungsweise als Fahrer für die Tafel Ratingen: Britta Linnenweber und Jürgen Windeler. Foto: M. Machan

(mmm) „Wir haben für jeden eine Aufgabe, ob jung oder alt, in Ausbildung, im Beruf oder im Ruhestand. Jede helfende Hand zählt und ist uns herzlich willkommen“, begrüßt mich Britta Linnenweber von der Tafel Ratingen. Obwohl an diesem Montagmorgen keine Lebensmittel-Ausgabe erfolgt, herrscht in der Halle des Vereins, dessen wichtigste Aufgabe die Rettung von Lebensmitteln ist, um damit anderen Menschen zu helfen, rege Betriebsamkeit: Frische Ware wird von den ehrenamtlichen Helferinnen und Helfern in Empfang genommen, sortiert, aufbereitet, mitunter neu verpackt. „Die Arbeit bei der Tafel ersetzt das Fitnessstudio“, scherzt Jürgen Windeler, der sich als einer von 60 Fahrern bei der Tafel um die Abholung des Lebensmittel-Nachschubs aus den Supermärkten und Fachgeschäften kümmert. Was Britta Linnenweber, die bei der Lebensmittelausgabe vor allem das Thema Obst im Blick hat, und Jürgen Windeler eint: Beide haben nach dem Ausscheiden aus dem Berufsleben eine sinnstiftende Aufgabe gesucht – und bei der Tafel Ratingen gefunden.

„Ich wollte im Team arbeiten, mit meinen Händen wortwörtlich anpacken“, erklärt Linnenweber. Die 68-jährige zweifache Mutter ist seit viereinhalb Jahren bei der Tafel Ratingen ehrenamtlich aktiv. Jürgen Windeler ist knapp zwei Jahre dabei, war beruflich zuvor im medizinischen und gesundheitspolitischen Bereich tätig. „Helfende Hände und Bewegung, anstatt Texte und Laptop“, beschreibt der 69-Jährige sein Tafel-Engagement. Linnenweber und Windeler sind nicht alleine: Gut 150 Bürgerinnen und Bürger haben sich in den Dienst der guten Sache gestellt, engagieren sich mit Herz und Hand als Helferinnen und Helfer im Innen- (Lebensmittelsortierung, -lagerung und -ausgabe) oder im Außendienst als Fahrer oder Beifahrer (Abholung der Ware bei den Spendern), um Bedürftige in Ratingen zu unterstützen. Klingt zunächst einmal ausreichend, ist es aber nicht, wenn man an geplante Urlaube oder ungeplante Krankheitsausfälle bei den Ehrenamtlichen denkt. Gerade in der Erkältungssaison kommt es immer wieder vor, dass gerade mal die Hälfte der eingeplanten Ehrenamtlichen morgens erscheinen kann.

Helfen mit Herz und Hand

„Wir wollen und müssen die Belastungen für die einzelnen Mitarbeiter reduzieren, damit sie uns auch weiterhin gerne und mit Herzblut unterstützen“, sagt Linnenweber. „Wir brauchen zufriedene Mitarbeiter. Zehn weitere Fahrer und Beifahrer sowie mindestens 15 weitere Unterstützerinnen und Unterstützer bei der Verteilung der Lebensmittel im Innendienst sind unser Wunsch, damit die Ware verlässlich an die bedürftigen Kunden und ihre Familien ausgegeben werden kann,“, schätzt Windeler den Personalbedarf der „Tafel“, von der Größe ein mittelständisches Unternehmen (eben nur ehrenamtlich geführt) ein. Während die Zahl der Kundinnen und Kunden in den vergangenen fünf Jahren deutlich gewachsen sei, stehe der Verein „Tafel Ratingen“ permanent unter der Anforderung, „Nachwuchs“ für seine Arbeit zu finden. Dazu hat sich die Tafel u.a. gerade als Einsatzstelle für den Bundesfreiwilligendienst anerkennen lassen und kann dadurch 2 Stellen für Freiwillige (Buftis) anbieten. Informationen darüber gibt es unter https://www.bundesfreiwilligendienst.de

Gesucht werden Fahrer und Beifahrer zur Abholung gespendeter Lebensmittel in den Supermärkten, helfende Hände zum Sortieren der Lebensmittel im Lager sowie für die Lebensmittelausgabe, aber auch Unterstützung in der Kaffeeküche, damit das Tafel-Team gut versorgt wird. „Ob regelmäßig oder nur drei Stunden die Woche, jede Hilfe zählt und kann viel bewirken“, formuliert es Linnenweber. Der ehrenamtliche Einsatz trage dazu bei, Menschen in schwierigen Lebenssituationen zu unterstützen, Lebensmittel vor der Entsorgung zu bewahren, aber auch die Gemeinschaft und den Zusammenhalt in der Region zu stärken.

„Ziel der Tafel Ratingen ist es, qualitativ einwandfreie Nahrungsmittel, die nicht mehr für den Verkauf bestimmt sind, Menschen in Not zukommen zu lassen. Wir sind Lebensmittel-Retter, keine Entsorger“, bringt Windeler die DNA der Tafel auf den Punkt. Die Lebensmittel – etwa 14 Tonnen pro Woche – gehen an rund 550 bedürftige Kunden und ihre Familien, mithin gut 1.500 Menschen. Infos zum ehrenamtlichen Engagement bei der Tafel Ratingen gibt es hier: https://www.tafel-ratingen.de/mithelfen/