Gespräche über die Zukunft des Hauses Oberschlesien

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Eingang zum Haus Oberschlesien auf der Bahnhofstraße gegenüber dem Oberschlesischen Landesmuseums, Bild: Alexander Heinz
Eingang zum Haus Oberschlesien auf der Bahnhofstraße gegenüber dem Oberschlesischen Landesmuseums, Bild: Alexander Heinz

Ratingen | Nach der Entscheidung der Stiftungsaufsicht zur Satzung der Stiftung Haus Oberschlesien sieht die Landsmannschaft der Oberschlesier, Stifterin der Stiftung, die Chance für einen gemeinsamen Neuanfang. Die Aufsicht im NRW-Innenministerium hatte die Genehmigung der vorgelegten Neufassung abgelehnt, weil die nach der Satzung erforderliche Mehrheit von drei Vierteln nicht erreicht wurde. Damit gilt die bisherige Satzung unverändert fort.

„Wir nehmen diese Entscheidung nicht als Genugtuung, sondern als Auftrag“, sagt Sebastian Wladarz, stellvertretender Bundesvorsitzender der Landsmannschaft. „Die Regeln sind jetzt klar. Nun kommt es darauf an, dass alle Beteiligten an einen Tisch kommen und gemeinsam eine Lösung finden, die die Stiftung und das Museum dauerhaft trägt.“

Die materielle Seite der Satzungsänderung sei von der Stiftungsaufsicht nämlich noch gar nicht geprüft worden. Als alternative zu einer Feststellungsklage wurden daher den Beteiligten vor Ort, darunter das Land, die Stiftungsgremien und die Stiftungsaufsicht, inzwischen Gespräche angeboten. Die Landsmannschaft unterstützt den Vorschlag, den Satzungsprozess so lange ruhen zu lassen, bis das laufende Gutachten zum Zustand des Museumsgebäudes vorliegt. Es wird voraussichtlich zum Jahresende abgeschlossen sein und soll klären, welcher Sanierungsbedarf besteht und mit welchen Kosten zu rechnen ist.

Auch auf Bundesebene unterstützt die Landsmannschaft das Anliegen des Vorstands, zur Modernisierungsstrategie des Oberschlesischen Landesmuseums Gespräche zu führen. Mit dem Präsidenten des Bundes der Vertriebenen, Stephan Mayer MdB, ist ein Austausch über die weitere Entwicklung vereinbart. Zudem unterstützt die Landsmannschaft Gespräche mit Abgeordneten weiterer Fraktionen des Deutschen Bundestages. „Das Oberschlesische Landesmuseum und das Haus Oberschlesien sind ein Anliegen, das über Parteigrenzen hinweg Unterstützung verdient“, so Wladarz. „Wir wollen alle, die Verantwortung tragen, auf denselben Stand bringen, sobald das Gutachten vorliegt.“

„Erst wenn wir wissen, was das Gebäude braucht und wer das finanziert, können wir die Stiftung verantwortungsvoll für die nächsten Jahrzehnte aufstellen“, betont Wladarz. „Das Gutachten gibt uns allen eine gemeinsame, sachliche Grundlage. Das ist die beste Voraussetzung, um die Auseinandersetzungen der vergangenen Monate hinter uns zu lassen.“
Die Landsmannschaft bekräftigt ihr Bekenntnis zu beiden Säulen der Stiftung: zum Oberschlesischen Landesmuseum und zum Haus Oberschlesien mit dem Veranstaltungssaal Oktogon als Kultur- und Begegnungsstätte. Sie unterstützt seit 2024 die rechtliche Verselbständigung des Museumsbetriebs und hat einer entsprechenden Satzungsfassung bereits zugestimmt. „Ein starkes Museum und ein lebendiges Haus Oberschlesien schließen sich nicht aus, sie gehören zusammen. Dafür reichen wir allen die Hand.“