Ratingen | Die Bürger-Union Ratingen bringt zwei neue Themen in die politische Diskussion ein. Im Mittelpunkt steht dabei ein Prüfauftrag zum Einsatz Künstlicher Intelligenz bei der Erstellung von Rats- und Ausschussprotokollen.
Daneben begrüßt die Wählervereinigung den Rheinbahn-Service „Halt auf Wunsch“ und fordert eine stärkere Information der Bevölkerung.
Beim Thema KI soll die Stadtverwaltung prüfen, ob Wort-, Ergebnis- oder Verlaufsprotokolle künftig automatisiert vorbereitet werden können. Untersucht werden sollen marktverfügbare Systeme, deren Genauigkeit, Sprechererkennung und die Anbindung an das bestehende Ratsinformationssystem. Ebenso sollen Datenschutz, Kosten, technische Voraussetzungen und mögliche Pilotprojekte betrachtet werden.
Hintergrund ist nach Darstellung der Bürger-Union der bislang hohe Arbeitsaufwand bei der Protokollerstellung. Zwischen einer Sitzung und der Veröffentlichung des fertigen Protokolls vergingen häufig mehrere Wochen. Eine KI-gestützte Transkription könne den Sitzungsdienst entlasten und politische Beratungen schneller für Öffentlichkeit und Ratsmitglieder nachvollziehbar machen.
Als Beispiel nennt die Fraktion Heidelberg. Dort sei in einem sechsmonatigen Pilotprojekt der Aufwand für Protokolle von mehr als 20 auf rund zwei Stunden gesunken. Auch aus Wertheim und Langenau würden deutliche Zeitersparnisse berichtet. Trotz Automatisierung soll die abschließende inhaltliche Kontrolle weiterhin bei den Mitarbeitenden liegen.
Besondere Bedeutung misst die BU dem Datenschutz bei. Geprüft werden sollen unter anderem EU- oder Deutschland-gehostete beziehungsweise BSI-zertifizierte Lösungen, Löschkonzepte für Audioaufnahmen und klare Ausnahmen für sensible oder nichtöffentliche Beratungspunkte.
Daneben unterstützt die Bürger-Union den Rheinbahn-Service „Halt auf Wunsch“. Zwischen 21 und 6 Uhr können Fahrgäste in Bussen unter bestimmten Voraussetzungen zwischen regulären Haltestellen aussteigen. Die BU sieht darin insbesondere für Frauen, Jugendliche und ältere Menschen einen Sicherheitsgewinn und fordert die Stadt auf, über eigene Kanäle stärker auf das Angebot hinzuweisen.




