Wenn Scheune und Reithalle brennen: Löschzüge Breitscheid und Tiefenbroich üben den Ernstfall

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Übungseinsatz am 1.September 2026, Bild: Alexander Heinz
Übungseinsatz am 1.September 2026, Bild: Alexander Heinz

Ratingen | Heute durfte ich eine gemeinsame Übung der Freiwilligen Feuerwehr Ratingen begleiten: Die Löschzüge aus Breitscheid und aus Tiefenbroich probten zusammen eine anspruchsvolle Gefahrenlage – mit Atemschutzeinsatz, Personenrettung und sogar der Evakuierung von Pferden. (Bildergalerie am Ende des Textes)

Die simulierte Gefahrenlage

Angenommen wurde ein Brand in einer Scheune bzw. Reithalle eines landwirtschaftlichen Betriebes an der Stadtgrenze zu Essen-Kettwig und Mülheim an der Ruhr. Die cirka 40 Einsatzkräfte übten neben dem Vorgehen unter Atemschutz auch die Rettung von Personen aus akut bedrohlichen Lagen. Eine Besonderheit der Übung war zudem die Evakuierung von Pferden aus den Ställen, die an die simulierte Brandstelle angrenzten – ein Szenario, das an landwirtschaftliche Betriebe im Ratinger Stadtgebiet besonders hohe Anforderungen an Koordination und Ruhe stellt, weil Menschenrettung, Tierrettung und Brandbekämpfung gleichzeitig laufen.

Löschzug Breitscheid und Löschzug Tiefenbroich im Kurzporträt

Dass gerade diese beiden Löschzüge gemeinsam übten, hat auch mit ihrer Lage zu tun. Der Löschzug Breitscheid mit Standort an der Alten Kölner Straße wurde 1937 gegründet und liegt im Süden Ratingens nahe der Stadtgrenze zu Essen und Mülheim – also genau in dem Gebiet, das die Übung als Einsatzort simulierte. Der Löschzug Tiefenbroich an der Elisabethstraße zählt zu den ältesten Einheiten der Ratinger Wehr: Er wurde bereits am 23. September 1911 gegründet und zählt aktuell rund 51 Mitglieder.

So ist die Feuerwehr Ratingen aufgebaut

Wer bei „Feuerwehr Ratingen“ nur an einen einzelnen Löschzug denkt, unterschätzt die Organisation dahinter. Die Feuerwehr der Stadt Ratingen (Amt 37) ruht auf zwei Säulen: einer Berufsfeuerwehr mit rund 120 hauptamtlichen Kräften, die von der Hauptfeuer- und Rettungswache am Voisweg aus operiert, und einer Freiwilligen Feuerwehr mit acht Löschzügen in den Stadtteilen Mitte, Tiefenbroich, Lintorf, Breitscheid, Hösel, Eggerscheidt, Homberg und Schwarzbach. Der Freiwilligen Feuerwehr sind außerdem eine 1990 gegründete Jugendfeuerwehr sowie eine Alters- und Ehrenabteilung angegliedert.

Zum Aufgabenbereich gehören neben dem klassischen Brandschutz und der Technischen Hilfeleistung auch der Rettungsdienst, die Betreuung von Teilstücken der Autobahnen 3, 44, 52 und 524 samt Autobahnkreuz Breitscheid sowie der Angertalbahn. Für besondere Lagen stehen zudem Fachzüge bereit, darunter ein ABC-Zug, ein Informations- und Kommunikationszug (IuK), ein Messzug sowie ein Zug für die Medizinische Rettung. Geleitet wird die Feuerwehr Ratingen seit 2024 von Branddirektor Markus Feier.

Rekordjahr für Ratingens Einsatzkräfte

Dass Übungen wie die von heute keine Fingerübung sind, zeigt auch ein Blick auf die Zahlen: Nach der jüngsten Jahresbilanz verzeichneten Feuerwehr und Rettungsdienst der Stadt Ratingen 23.168 Alarmierungen, darunter 2.397 reine Feuerwehreinsätze – ein neuer Höchststand.

Warum ständiges Üben zählt

Die Übung hat auf beeindruckende Weise zwei Dinge deutlich gemacht. Erstens: Solche Situationen kann man nicht oft genug trainieren, um sich im Ernstfall sicher zu sein, dass man nicht nur Leben rettet, sondern dabei auch kein zusätzliches Leben gefährdet. Zweitens: Die Rettungskräfte, auf die wir uns im Ernstfall verlassen, besitzen einen hohen Ausbildungsstand und gehen routiniert mit Situationen um, die sich die meisten von uns nicht einmal vorstellen können.

Die wöchentlich angesetzten Übungen der Freiwilligen Feuerwehr Ratingen garantieren so auch im Ernstfall einen professionellen Umgang mit den unterschiedlichsten Lagen – und eine effektive Hilfe in Notsituationen. Wer Interesse an weiteren Informationen hat kann diese jederzeit in einer der Wachen erhalten. Auch außerhalb von Einsätzen sind die Mitarbeiter der Feuerwehr jederzeit für die Bürger unserer Stadt da.