Ratingen-Breitscheid. Eigentlich soll auf der B1 zwischen Ratingen-Breitscheid und Mülheim derzeit niemand mehr unterwegs sein. Seit dem 12. August ist die Kölner Straße wegen Sanierungsarbeiten voll gesperrt. Doch wer sich in den umliegenden Straßen umschaut, bekommt offenbar ein anderes Bild.
Anwohner berichten von einem regelrechten Verkehrschaos. Besonders die Beschilderung sorgt für Unverständnis. „Hier kannst du dich hinstellen und in einer Stunde mindestens 50 bis 100 Autos sehen, die drehen und wenden“, schildert ein Bürger seine Beobachtungen. Der Grund aus seiner Sicht: Die Umleitung sei nicht eindeutig genug ausgeschildert. Noch immer würden Autofahrer auf Schildern den Hinweis finden, dass Mülheim erreichbar sei.
Die Folge: Fahrzeuge suchen ihren Weg durch die angrenzenden Straßen – und dabei bleibt es offenbar nicht bei einzelnen Pkw. „Es zwängen sich Lkws, Sattelschlepper, Busse hier durch“, berichten Augenzeugen. Für die Menschen vor Ort bedeutet das mehr Verkehr, Lärm und vor allem Unverständnis darüber, warum eine eigentlich gesperrte Hauptverkehrsroute weiterhin für so viele Fahrzeuge zur falschen Abzweigung führt.
Dass die Beschilderung tatsächlich Probleme bereitet hat, bestätigt inzwischen auch die Stadt Mülheim. Nach Angaben der Verwaltung hatte der für die Baustelle zuständige Landesbetrieb Straßen.NRW die verkehrsrechtliche Anordnung zunächst nicht vollständig umgesetzt. Dadurch sei es zu Verkehrsproblemen und Schleichverkehr auf Mülheimer und Ratinger Stadtgebiet gekommen. Straßen.NRW wurde daraufhin zur Nachbesserung aufgefordert. Die Stadt Mülheim hat zudem gemeinsam mit Ratingen die Zufahrt zum Baumschulenweg für den Durchgangsverkehr gesperrt. Auf dem Stockweg und der Stooter Straße wurden außerdem Messgeräte installiert, um zu erfassen, wie stark der Ausweichverkehr tatsächlich ist.
Für die Anwohner dürfte das dennoch vor allem eine Geduldsprobe bleiben. Die Vollsperrung des ersten Bauabschnitts ist für rund vier Wochen angesetzt. Anschließend folgt ein weiterer Bauabschnitt, der nochmals etwa sieben Wochen dauern soll. Ein Ende des Ärgers ist damit also noch nicht unmittelbar in Sicht. Oder, wie es ein Ratinger Anwohner angesichts der kommenden Wochen formuliert: „Der Spaß soll ja noch elf Wochen dauern.“




