(mmm) Stimmlich im Bassregister zuhause, als 1. Vorsitzender im Konzertchor Ratingen e.V. engagiert: Da verortet man Jörg Geelen (vor)schnell in der ernsten, dramatischen Opernliteratur, irgendwo zwischen Bizet und Verdi. Stimmt, zumindest mit Blick auf die „Festliche Operngala“ des Konzertchores Ratingen am 26. September in der Stadthalle. Und stimmt auch wieder nicht: Denn bei unserem ersten Kontakt erwischen wir den 54-Jährigen auf einer Motorrad-Tour. Und privat hört Geelen vor allem Rock-, Wave- und Independent-Musik: „Die kann ich jederzeit hören – zu Hause, im Auto oder auf dem Motorrad.“ Am meisten berührt indes hat ihn „Stabat Mater“ von Dvořák, natürlich in einer Aufführung „seines“ Konzertchores. „Ansonsten bin ich stets offen für neue musikalische Entdeckungen.“ Wenn der in Krefeld tätige Schulleiter einer Förderschule einen Wunsch frei hätte, welches Konzert würden er gerne besuchen? Und mit wem? „Vermutlich in einer aufregenden Stadt einen herausragenden Chor wie in der Carnegie Hall in New York. Idealerweise mit einem Chorwerk, das ich selbst bereits singen durfte und natürlich in Begleitung meiner Lebensgefährtin, die meine Begeisterung für Musik teilt.“
Geelen lebt seit 1974 in Ratingen, ist hier zur Schule gegangen. Aufgewachsen in Ratingen-West, wohnt er heute in Ratingen-Homberg. Ob Freundeskreis oder Mutter, Ratingen ist Geelens Lebensmittelpunkt. Da ist es nachvollziehbar, dass er beruflich einen Wechsel von Krefeld, dort ist er seit 2018 Schulleiter der Erich-Kästner-Förderschule, in den Kreis Mettmann anstrebt. Denn Heimat sei für ihn mehr als nur ein Ort. „Sie ist die Region, zu der ich persönliche Bezüge habe, die mir vertraut ist und in der ich mich geborgen und verwurzelt fühle.“ Sein Lieblingsplatz in Ratingen? „Da gibt es gibt viele. Mir fallen auch der Berliner Platz oder der Schwanenspiegel in West ein. Wenn ich indes Ortsunkundigen Ratingen zeigen wollte, würde ich zu Fuß vom Stinkesberg über Cromford und die Wasserburg Richtung Marktplatz laufen. Diese Achse gefällt mir am besten.“
„Viele Menschen für unsere Konzerte begeistern“
An Ratingen schätzt Jörg Geelen die lebendige Innenstadt mit dem Wochenmarkt, das grüne Umland, das Kulturangebot sowie eine „starke Stadtgemeinschaft“, die von der Offenheit vieler Mitbürger lebt. Das passt prima zu seinem Lebensmotto: „Leben und leben lassen.“ Aktuell ist Geelen, der sich als kontaktfreudig und zuverlässig beschreibt, dabei „immer bereit, Verantwortung zu übernehmen“, mit der Vorbereitung der Operngala mit dem Konzertchor sowie der Neugestaltung der Website beschäftigt. „Viele Menschen für unsere Konzerte zu begeistern, ist ein zusätzlicher Ansporn.“
Der Vater eines erwachsenen Sohnes ist seit 2017 aktives Mitglied im Konzertchor. Nennenswerte musikalische Vorkenntnisse hatte er nicht, „abgesehen vom üblichen Blockflötenunterricht in der Kindheit, leidlich ernst genommenem Klavierunterricht und privatem Spielen am E-Bass“. Familie und Freunde haben ihn ermutigt, im Chor zu singen. „Über das allgemeine Engagement im Konzertchor wuchs die Bereitschaft, Verantwortung in einer anderen Funktion zu übernehmen. Deshalb habe ich mich im vergangenen März den Mitgliedern zur Wahl gestellt und wurde als neuer Vorsitzender gewählt.“ Trotz seiner beruflichen Verpflichtungen lasse sich dieses Amt gut ausüben, da man die anfallenden Aufgaben in einem sehr aktiven Vorstand klar strukturiere und aufteile. Apropos Beruf: „Angesichts aktueller Debatten über Demokratie, Chancengerechtigkeit und gesellschaftlichen Zusammenhalt sehe ich meine wichtigste Aufgabe darin, meine Schule als Schutz- und Entwicklungsraum zu sichern. Sie soll Schülerinnen und Schüler stärken und ihnen den Weg zu selbstbestimmter, beruflicher und demokratischer Teilhabe ebnen.“
Beim Chor ist die Nachwuchsgewinnung ein Top-Thema. „Insbesondere bei den Männerstimmen ist sie eine besondere Herausforderung. Deshalb kann ich nur ermutigen, sich selbst ein Bild von den Proben und der Chorgemeinschaft zu machen. Eingeladen sind alle musikbegeisterten Menschen, immer montags um 19.30 Uhr in der Aula der Liebfrauenschule.“ Wer zunächst erst einmal reinhören möchte, hat dazu bei Operngala am 26.September Gelegenheit.




