Ratingen-Hösel: Zukunftspläne für das Oberschlesische Landesmuseum

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Das Oberschlesische Landesmuseum in Hösel, Bild: ALexander Heinz
Das Oberschlesische Landesmuseum in Hösel, Bild: ALexander Heinz
Vorstandsvorsitzender Wladarz setzt auf schrittweise Modernisierung und Bund als Partner

Ratingen-Hösel | Der Präsident des Bundes der Vertriebenen (BdV), Stephan Mayer MdB, hat am 16. Juli die Stiftung Haus Oberschlesien in Ratingen-Hösel besucht. Der Besuch ging auf eine Einladung aus den Stiftungsgremien zurück.

Aufgrund von Terminüberschneidungen konnte das persönliche Zusammentreffen zwischen Mayer und dem Vorstandsvorsitzenden Sebastian Wladarz nur kurz ausfallen. Die Vorschläge des Vorstandsvorsitzenden zur langfristigen Zukunft des Museumsstandorts lagen dem BdV-Präsidenten jedoch bereits vorab schriftlich vor. Wladarz hat Mayer zudem angeboten, die Gespräche in absehbarer Zeit fortzusetzen – gerne auch in Berlin.

Standortfrage entschieden, Umsetzung im Fokus

Im Zentrum der übermittelten Vorschläge steht die Zukunftsplanung für den Museumsstandort Ratingen-Hösel. „Mit der Entscheidung des Deutschen Bundestages, 870.000 Euro für eine neue Dauerausstellung bereitzustellen, ist die Standortfrage entschieden worden. Daher steht die Umsetzung der Dauerausstellung außer Frage. Unser Ziel ist es, die Voraussetzungen zu schaffen, damit diese Investition dauerhaft und in vollem Umfang ihre Wirkung entfalten kann”, sagt Wladarz. Er knüpft damit an den vom Stiftungsrat eingebrachten Gedanken eines „Runden Tisches” an: Der Grundgedanke, gemeinsam mit allen Beteiligten eine Modernisierungsstrategie für das Museum zu entwickeln, bleibe richtig und solle weiterverfolgt werden.

Schrittweises Vorgehen geplant

Die Vorschläge sehen ein schrittweises Vorgehen vor: Zunächst sollen die Ergebnisse der laufenden unabhängigen Begutachtung des Museumsgebäudes abgewartet werden. Auf dieser fachlichen Grundlage kann anschließend ein Modernisierungsplan für das Gebäude entwickelt werden. Parallel könnten ein aktuelles Museums- und Betreiberkonzept sowie ein neues Leitbild erarbeitet werden. Zur möglichen Förderung einer entsprechenden Machbarkeitsstudie wurden Vorgespräche geführt, unter anderem über Fördermöglichkeiten des Landschaftsverbandes Rheinland (LVR). „Erst das Fundament sichern, dann investieren – ein systematisches Vorgehen liegt meines Erachtens im Interesse des Hauses, der Besucherinnen und Besucher und der Steuerzahler. Die neue Dauerausstellung wird davon nicht aufgehalten, sondern langfristig abgesichert”, so Wladarz.

EU-Gebäuderichtlinie setzt zusätzlichen Zeitrahmen

Eine zusätzliche zeitliche Dimension ergibt sich aus dem europäischen Recht: Mit der novellierten EU-Gebäuderichtlinie, die derzeit in deutsches Recht umgesetzt wird, kommen auf Nichtwohngebäude schrittweise verbindliche Renovierungsanforderungen zu – beginnend bei den Gebäuden mit der schlechtesten Gesamtenergieeffizienz, für die bis 2030 beziehungsweise 2033 Modernisierungen vorgesehen sind. „Ob und in welchem Umfang das Museumsgebäude aus den 1990er Jahren davon erfasst wird, hängt von den noch festzulegenden Schwellenwerten ab. Klug ist es in jedem Fall, sich vorausschauend darauf einzustellen: Wer frühzeitig planvoll modernisiert, erfüllt absehbare Pflichten zum planbaren Zeitpunkt – und vermeidet, später unter Zeit- und Kostendruck nachrüsten zu müssen”, erläutert Wladarz. Als öffentlich gefördertes Kulturgebäude komme dem Museum zudem eine Vorbildfunktion in Sachen Energieeffizienz und Klimaschutz zu.

Wladarz wirbt für langfristige Förderung des Bundes

Mit seinen Vorschlägen wirbt Wladarz dafür, dass sich der Bund über die bewilligten Mittel für die Dauerausstellung hinaus an einer langfristigen Modernisierung des Standorts beteiligt. „Ich habe Stephan Mayer als Präsidenten des Bundes der Vertriebenen und erfahrenen Bundestagsabgeordneten gebeten, dieses Anliegen politisch zu begleiten, und ihm die Fortsetzung unseres Austauschs angeboten – gerne auch in Berlin. Es geht darum, die bereits bewilligte Bundesinvestition nachhaltig zu sichern und das Oberschlesische Landesmuseum dauerhaft als bedeutenden Kultur- und Erinnerungsort zu stärken”, so Wladarz.

Er verweist dabei auf die Sitzung des Kulturausschusses des Landtags Nordrhein-Westfalen vom 13. November 2025, in der Kulturministerin Ina Brandes ein stärkeres finanzielles, fachliches und organisatorisches Engagement des Bundes als wesentlich für die Zukunft des Standorts bezeichnet hatte. Entscheidend dürfte daher eine Wiederaufnahme einer verlässlichen Förderung durch den Bund sein. Insofern war Wladarz froh, von Mayer zu vernehmen: „Wir müssen den Standort stärken!”