Ratingen feiert Jubiläum mit Kunst und Gemeinschaft: Der Dumeklemmer-Daumen wird zum Stadtprojekt

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Michael Lumer, Fred Pradella, Beate Händeler und Dirk Wittmer bei der Scheckübergabe in Hilden, Bild: Alexander Heinz
Michael Lumer, Fred Pradella, Beate Händeler und Dirk Wittmer bei der Scheckübergabe in Hilden, Bild: Alexander Heinz

Ratingen | Ein lokales Symbol wird zum Gemeinschaftsprojekt: Im Jubiläumsjahr der Stadt greift der Heimatverein Ratingen die Figur des Dumeklemmer-Daumens auf – und entwickelt daraus eine stadtweite Aktion mit Beteiligung von Schulen, Kitas, Künstlern und lokalen Unternehmen.

Scheckübergabe in der Sparkasse HRV

Am Montag, 29. Juni, kamen in der Hildener Filiale der Sparkasse Hilden-Ratingen-Velbert (HRV) Beate Händeler, Vorstandsmitglied der Sparkasse HRV, Ratinger Unternehmer und Charity-Beiratsmitglied Dirk Wittmer sowie Fred Pradella und Michael Lumer vom Heimatverein zusammen. Der Charity-Beirat von Unser Ratingen übergab dabei 2.500 Euro für das Daumenprojekt – Mittel, die aus den Werbeeinnahmen der Plattform stammen und regelmäßig in lokale Vorhaben fließen.

Idee mit Geschichte

Die Sage vom Dumeklemmer kennt in Ratingen viele Varianten. Das aktuelle Projekt setzt bewusst auf die positive Lesart: Der Daumen zeigt nach oben – als Zeichen für Zustimmung, Zusammenhalt und Zuversicht. Den Anstoß gab Fred Pradella, der nach eigener Schilderung vor rund eineinhalb Jahren bei einer Ideenbörse zum Stadtjubiläum auf Helli-Brigitte Kuklick traf. Sie zeigte ihm später gemeinsam mit ihrem Mann Uwe Kuklick einen von Kindern bemalten Daumen sowie einen weißen Kunststoffrohling aus Familienbesitz – ein Relikt aus Projekten der Ratinger Kinder- und Jugendarbeit Anfang der 2000er Jahre, als Schulen und Einrichtungen solche Rohlinge bereits einmal gemeinsam gestaltet hatten.

14 Grundschulen und 25 Kindergärten beteiligt

Dieser Ansatz wird nun im großen Maßstab wiederholt. 14 Grundschulen und 25 Kindergärten haben sich mit eigenen, gestalteten Daumen beteiligt. Den bisherigen Höhepunkt markierte eine Präsentation am 20. Mai auf dem Marktplatz, bei der Familien und Einrichtungen ihre Arbeiten gemeinsam zeigten.

Vom 14. bis 16. des Monats werden die Daumen in der Genussfabrik ausgestellt. Am letzten Ausstellungstag findet ab 15 Uhr eine öffentliche Versteigerung statt, bei der Gebote zwischen 50 und 150 Euro erwartet werden. Schulen und Kindergärten erhalten ein Vorkaufsrecht für „ihren” Daumen. Die Erlöse sollen in einen neuen Jugendfonds fließen, aus dem künftig unkompliziert kleinere Projekte – Schulfeste, Spielgeräte oder ähnliche Vorhaben – gefördert werden können.

Großformatige Skulpturen für die Innenstadt

Parallel entstehen mindestens drei, möglicherweise bis zu fünf großformatige Daumen-Skulpturen für den öffentlichen Raum. Finanziert werden sie über den Innenstadtfonds und private Mittel. Künstlerisch beteiligt sind unter anderem die Ratinger Künstlerin Pauline Kugler, und der Ratinger Künstler Thorsten Kimura sowie ein Düsseldorfer Graffiti-Künstler. Als Standorte werden der Rathausvorplatz, das Umfeld des Irschik-Hauses an der Wallpassage und der Bereich Kirchstraße/Turmstraße diskutiert.