Patrick Anders: „Den Spirit aus dem Jubiläumsjahr beibehalten!“

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Sommer-Interview mit Bürgermeister Patrick Anders: „Diesen ‚Job‘ kann ich mit dieser Leidenschaft so nur in Ratingen machen, ein Traum, auf den ich lange hingearbeitet habe.“ Foto: M. Machan

(mmm) Mehr Ratingen geht nicht: Bürgermeister Patrick Anders wurde in Ratingen geboren, ging hier zur Schule und machte sein Abitur, spielte als kleiner Junge bei Rot-Weiß Lintorf Fußball, sammelte erste politische Erfahrungen als Sprecher des Ratinger Jugendrates, danach dann über viele Jahre als Ratsmitglied und Vorsitzender des CDU-Stadtverbandes, dem er seit über zwei Jahrzehnten angehört. Der 40-Jährige Volljurist ist „glücklich verheiratet“ und „stolzer Vater“ von Zwillingssöhnen, die in diesem Sommer eingeschult werden, mithin geerdet und nah dran an den Themen der Stadtgesellschaft. Beruflich wechselte Anders Ende 2020 aus dem NRW-Ministerium für Heimat, Kommunales, Bau und Gleichstellung in die Ratinger Verwaltung. Vor seiner Wahl zum Bürgermeister verantworte er die Bereiche Schulverwaltung und Sport, Wirtschafts- und Wohnungsbauförderung, das Bürger- und Rechtsamt sowie die Bereiche Kultur und Tourismus. Seine Motivation, die er bereits als 13-Jähriger formuliert hatte, gilt bis heute: „Ich möchte mich in meinem unmittelbaren Lebensumfeld engagieren und die Stadt mitgestalten.“ Im ersten Teil unseres Sommerinterviews spricht Anders über das Stadtjubiläum.

Lieber Patrick Anders, die Stadt kommt aus dem Feiern zum 750-jährigen Jubiläum gar nicht mehr raus. Kommt dann am 1. Januar 2027 der Kater?

Auf keinen Fall. Wir wollen den Spirit aus dem Jubiläumsjahr beibehalten und die Impulse aus der Stadtgesellschaft weiter fortführen. Wir werden auch über 2026 hinaus an unsere Stadtgeschichte erinnern, beispielsweise mit der App „RatinGo“, die die Stadtgeschichte ungemein lebendig aufs Smartphone transferiert.

Was hat Sie im ersten Halbjahr des Jubiläums am meisten überrascht?

Dass die Ratingerinnen und Ratinger dieses Jubiläum so stark angenommen haben und mittragen. Gefühlt ist die Hälfte der Stadtgesellschaft an den vielen Projekten, Events und Veranstaltungen engagiert oder zumindest doch auf den Beinen. Zum Poensgenpark-Leuchten Anfang März wurden wir ja geradezu überrannt … Generell hat das Engagement und die Kreativität, mit der sich sehr, sehr viele Menschen beteiligen, meine kühnsten Hoffnungen übertroffen.

Mit einer Vielzahl an Veranstaltungen, kulturellen Highlights und Mitmach-Projekten haben wir die Stadtgeschichte zum Leben gebracht. Gleichzeitig setzen wir aber auch Impulse für die Zukunft, schaffen bleibende Erinnerungen. Auch die Mitarbeitenden der Stadt unterstützen die vielen kreative Ideen und Projekte, damit das Jubiläum ein echtes Fest für die gesamte Stadtgesellschaft ist.

Ihre Highlights bislang?

Da gibt es nicht die eine, ganz bestimmte Veranstaltung. Mich begeistert die Vielzahl an Projekten, die eine generationenübergreifende Partizipation ermöglichen und damit etwas Verbindendes für uns alle schaffen. Bestes Beispiel war die Versenkung der Zeitkapsel vor wenigen Tagen: Der Marktplatz war voller Menschen jedweder Generation. Ich versuche bei möglichst allen Veranstaltungen vor Ort dabei zu sein.

„Ich weiß, hier bin ich Zuhause!“

Auf welche Highlights können sich die Bürger im zweiten Halbjahr freuen?

Ein echtes Highlight wird sicher das große „Festmahl“ am 12. Juli. Alle sind willkommen, um gemeinsam zu essen, zu trinken und zu feiern. Und natürlich auch der offizielle Festakt der Stadt im dann runderneuerten Stadttheater am eigentlichen Geburtstag, dem 11. Dezember.

Ratingen ist Ihre Heimat, Ihr Zuhause. Was bedeutet Heimat für Sie konkret?

Heimat ist für mich ein Wohlgefühl. Das hat mit Menschen und Erlebnissen, aber auch mit ganz bestimmten Gerüchen und Geräuschen zu tun, die mir alle signalisieren: „Ich weiß, hier bin ich Zuhause!“

Unerkannt durch die Heimatstadt zu gehen, dürfte indes nicht mehr funktionieren…

Bürgermeister ist man 365 Tage im Jahr von früh bis spät. Das ist für mich mehr als ein Beruf. Ich möchte für alle ansprechbar sein, bin sehr gerne nahe bei und unter den Menschen. Aber diesen ‚Job‘ gepaart mit dieser Leidenschaft kann ich eben nur in Ratingen machen, ein Traum, auf den ich lange hingearbeitet habe. (Im 2. Teil des Sommer-Interviews kommende Woche zieht Patrick Anders eine Zwischenbilanz nach acht Monaten im Amt des Bürgermeisters.)