
Ratingen. Im Rahmen des 750-jährigen Stadtjubiläums der Stadt Ratingen erlebten die Kinder der Caritas-Kita St. Suitbertus eine besondere Zeitreise in die Vergangenheit: Bürgermeister Patrick Anders schlüpfte in die Rolle des Grafen von Berg und überreichte den Kindern symbolisch die Gründungsurkunde der Stadt. Angelehnt war die kleine Aufführung an eine Szene aus dem Buch „Wimmelfieber in Ratingen“ und ist Teil einer Vorleseaktion in Ratinger Kindertagesstätten, durch die Kindern die Geschichte der Stadt altersgerecht vermittelt wird.
Hinter der Aktion steckte dabei eine ausgeklügelte Idee: Vorschulkinder entdecken mit dem Wimmelbuch auf spielerische Weise bedeutende Orte, Persönlichkeiten und Geschichten ihrer Stadt. Initiiert wurde die Verasntaltung von Anna Wellner von der Bildungsschatz frühe Bildung GmbH. Die Vorlesestunden werden normalerweise von Schülerinnen und Schülern weiterführender Schulen gestaltet. Der Verein für Heimatkunde und Heimatpflege Ratingen e. V. unterstützt die Aktion als Kooperationspartner und stellt die Bücher zur Verfügung. Aufgegriffen werden Themen wie die Dumeklemmersage, die Textilfabrik Cromford, die Verkershirden-Sage, der Ratinger Löwe oder Johann Peter Melchior. Die Kinder besuchen auch die jeweiligen historischen Orte und vertiefen ihr frisch erworbenes Wissen durch Mitmachaktionen.
Die Stadterhebung durch Graf Adolf von Berg im Jahr 1276 hat in der Ratinger Geschichte natürlich eine besondere Bedeutung. Daher ging die Frage an Bürgermeister Patrick Anders, ob er sich als „Graf Adolf“ in die Vorleseaktion einbringen möchte. Ursprünglich sollte sich die Szene an der Stadtmauer beim Trinsenturm abspielen, doch wegen der Hitze am Freitag wurde die Aufführung in die Kirche St. Suitbertus verlegt. Dort schlüpfte nicht nur der Bürgermeister in seine historische Rolle, sondern standesgemäß auch seine Frau Andrea Anders als Gräfin Elisabeth von Berg, denn sie war an Ratingens Stadterhebung auch unmittelbar beteiligt. Bei den Kindern stieß die Aktion auf große Begeisterung. Sie werden „ihre“ Stadterhebungsurkunde sicherlich in Ehren halten, auch wenn sie nicht exakt dem Original nachempfunden ist.




