Wenn die Hitze kommt – Tipps für mehr Kühle in Haus und Wohnung

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Deutschland kämpft derzeit mit einer enormen Hitzewelle. Foto: Verbraucherzentrale NRW
Deutschland kämpft derzeit mit einer enormen Hitzewelle. Foto: Verbraucherzentrale NRW
Ratingen. Die ersten Sommer-Hitzewochen haben Deutschland erreicht. Schnell können sich Wohnung und Haus vom persönlichen Wohlfühlort zur schweißtreibenden Sauna entwickeln. „Die oberste Devise lautet daher, die Wärme erst gar nicht hinein zu lassen , sagt Sabine Klischat-Tilly bei der Verbraucherzentrale NRW in Velbert. Wie das geht und welche weiteren Möglichkeiten es gibt, sommerliche Hitzephasen mit kühlem Kopf zu meistern, hat die Verbraucherzentrale NRW in sechs Tipps zusammengestellt.

Nachts und früh morgens ausgiebig lüften

Gelüftet werden sollte laut der Verbraucherzentrale NRW nachts und früh morgens, wenn es noch kühler ist. Wärme, die in Wänden, Möbeln und anderen Gegenständen gespeichert ist, sowie warme und verbrauchte Luft können so nach außen geleitet werden. Tagsüber sollten die Fenster möglichst nur, wenn die Raumluft durch Geruchs- oder Schadstoffe belastet ist, kurz geöffnet werden, um frische, sauerstoffhaltige Luft hineinzulassen. Ein zusätzlicher Kühleffekt entsteht dadurch nicht. Im Gegenteil: Je länger tagsüber Fenster offenstehen, desto mehr Hitze und Feuchtigkeit gelangen ins Innere.

Für Schatten sorgen

Fensterscheiben lassen eine Menge Hitze herein. Abhilfe schaffen Rollladen, Jalousien, Markisen und Co. Wichtig: Außen montiert bringen solche Schattenspender deutlich mehr als innen. Denn so bremsen sie die Sonne schon aus, bevor die Wärme in den Raum gelangt. Mieter:innen müssen zwingend mit den Eigentümer:innen absprechen, wenn sie selbst einen Sonnenschutz anbringen möchten. Können die Fenster nur von innen verdunkelt werden, sind helle oder reflektierende Materialien erste Wahl. Aufgeklebte Sonnenschutzfolie hilft ebenfalls, lässt aber auch an trüben Tagen weniger Licht hinein.

Luft in Bewegung bringen

Die Verbraucherzentrale NRW weist außerdem darauf hin, dass ein Ventilator für Luftbewegung sorgt und somit Linderung schaffen kann, ganz ohne aktive Kühlung. Wer aber zum Beispiel aus gesundheitlichen Gründen nicht auf Klimatisierung verzichten kann, sollte effiziente Klimageräte nutzen. Das sind Split-Geräte, bei denen der Wärmetauscher außen angebracht wird. Sie sparen gegenüber Kompaktmodellen deutlich Energie. Vorsicht ist bei der Nutzung von Luftbefeuchtern gegen Hitze geboten: Hohe Luftfeuchtigkeit verstärkt das Hitzeempfinden. Auch um Schimmel zu vermeiden, sollte diese immer unter 60 Prozent liegen.

Heizquellen identifizieren und abstellen

Fließt in den Heizrohren noch warmes Wasser, steigt die Raumtemperatur. Deshalb frühzeitig den Heizkessel auf Sommerbetrieb umstellen. Häufig ist im Haushalt ein zweiter Kühlschrank vorhanden, der im Sommer für kalte Getränke sorgt. Doch die Wärme, die er seinem Inhalt entzieht, wird direkt in die Räumlichkeiten abgegeben. Von einem Zweitgerät ist aber auch aus Stromspargründen abzuraten. Auch andere elektrische Geräte geben im Betrieb Wärme ab und sollten nur laufen, wenn sie auch wirklich benötigt werden.

Fassadendämmung hilft langfristig

Wärmedämmung am Haus sorgt laut der Verbraucherzentrale des Landes NRW im Winter dafür, dass die Wärme drinnen bleibt und Energiekosten sinken. In der warmen Jahreszeit gibt es einen weiteren Pluspunkt: Dämmung hält sommerliche Hitze länger draußen. Gerade im Dachgeschoss führt das zu kühlerer Raumluft und angenehmeren Temperaturen. Neben einer guten Dämmung ist es wichtig, dass die Dachflächen luftdicht sind und die Fenster dicht schließen.

Kahle Flächen begrünen

Dächer, gepflasterte Flächen, Fassaden oder Sichtschutzzäune heizen sich in der Sonne auf und geben die Wärme nachts ab. Die Begrünung dieser Flächen wirkt solchen Hitzeinseln entgegen, denn Pflanzen senken die Umgebungstemperatur durch Verdunstung und Schatten. Weiterführende Informationen bezüglich des richtigen Umgangs mit Hitzewellen finden sich unter verbraucherzentrale.nrw/node/27952.