Ratingen | Kunst muss nicht immer im Museum hängen. Manchmal klebt, steht oder wartet sie mitten im Ort, an Ecken, Wegen und Fassaden, an denen man sonst vielleicht achtlos vorbeigeht. Genau darauf setzt die Ausstellung „LAUT“ des Street-Art-Künstlers seiLeise, Tim Ossege. Im Sommer 2026 verwandelt er Ratingen-Lintorf in einen begehbaren Ausstellungsraum.
Im Mittelpunkt steht eine besondere Street-Art-Bildersuche mit rund 50 Arbeiten, die über den gesamten Ort verteilt installiert werden. Besucherinnen und Besucher können sich auf eine Entdeckungstour begeben, die Lintorf aus einer neuen Perspektive zeigt. Eine eigens entwickelte Karte gibt Orientierung und schlägt eine Route vor. Exakte Standorte verrät sie aber bewusst nicht. Die Suche nach den Kunstwerken wird damit selbst zum Teil des Erlebnisses.
Ergänzt wird das Projekt durch eine Ausstellung im KunstBüdchen Lintorf an der Speestraße. Dort wird im Rahmen der Vernissage auch erstmals die neue „seiLeise.app“ vorgestellt. Mit ihr wird die Bildersuche noch interaktiver. Gefundene Werke können dokumentiert, bewertet und gesammelt werden. Außerdem können Teilnehmende ihre Ergebnisse miteinander vergleichen. Aus der stillen Kunstsuche wird so ein gemeinsames Abenteuer mit spielerischem Wettbewerb.
Während des Ausstellungszeitraums bleibt „LAUT“ bewusst in Bewegung. Neue Werke sollen hinzukommen, vorhandene Arbeiten können verändert, gepflegt oder an andere Orte verlagert werden. Wer mehrfach durch Lintorf zieht, kann also immer wieder Neues entdecken. Zum Abschluss wird die erfolgreichste Teilnehmerin oder der erfolgreichste Teilnehmer ausgezeichnet. Der Preis bleibt bis zur Eröffnung eine Überraschung.
Das Format der Bildersuche entstand 2020 während des Corona-Lockdowns in Köln-Mülheim. Seitdem wurde es unter anderem in Hamburg, Bonn und Paris weiterentwickelt. Die Kölner Route zählt inzwischen knapp eine Million Kartenaufrufe. Mit Lintorf wird das Konzept erstmals auf einen eher ländlich geprägten Raum übertragen. Unterstützt wird das Projekt durch die Stadt Ratingen, das KunstBüdchen, den Heimatverein Lintorf sowie Bürgerinnen und Bürger.
„LAUT“ macht Street Art niedrigschwellig zugänglich, lädt zum Spazieren, Suchen und Staunen ein und zeigt: Wer genau hinsieht, entdeckt Kunst manchmal direkt vor der eigenen Haustür.





