Zum Jubiläum: Eine Zeitreise durch 750 Jahre Stadtgeschichte

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Das Buch von Manfred Buer und Udo Haafke ist eine reich bebilderte Zeitreise durch 750 Jahre Ratinger Stadtgeschichte. Foto: Sutton Verlag

(mmm) Ein Buch, das für Einheimische, Neubürger und Ratingen-Fans ins Buchregal gehört: „Ratingen. Eine Zeitreise durch 750 Jahre Stadtgeschichte“ beleuchtet zwischen zwei Buchdeckeln auf rund 90 Seiten kurzweilig und reich bebildert die bewegte Vergangenheit der Stadt zwischen wirtschaftlichem Aufschwung im frühen Mittelalter, wechselvollen Jahren – gebeutelt von Seuchen, Armut und dem Dreißigjährigen Krieg – bis hin zu einer echten Blütezeitz für Handel und Handwerk durch die Cromford-Ansiedlung, chronologisch endend mit der Einweihung des neuen Rathauses im Jahr 2019. Ein Buch zum Erinnern, Neu- und Wiederentdecken!

Die Autoren, Manfred Buer (Ehrenvorsitzender des Heimatvereins) und der Fotograf Udo Haafke präsentieren mit den Fotos aus dem Ratinger Stadtarchiv keine dozierende Historiker-Abhandlung, sondern einen kleinen, feinen Bildband mit historischen Aufnahmen aus der Stadtgeschichte, beginnend mit der Stadterhebungsurkunde vom 11.September 1276, endend mit dem Rathausneubau 2019. Die sehenswerten Aufnahmen und kurzweiligen Texte des Bildbandes erinnern an Episoden und Ereignisse aus 750 Jahren wechselvoller Ratinger Stadtgeschichte, zeigen aber insbesondere auch im 20. Jahrhundert die gesellschaftlichen und sozialen Entwicklungen auf. Mithin ist dieses Buch auch eine Standort- und Positionsbestimmung der Stadtentwicklung.

Ein Buch zum Erinnern, Neu- und Wiederentdecken

Ende des 19. Jahrhunderts führten die in Ratingen angelegten Eisenbahnlinien zu ersten Industrieansiedlungen und einem regen Bevölkerungszuwachs. Ab da beginnt auch die eigentliche Ära verlässlicher bildnerischer Dokumentation durch die Fotografie. „Erst etwa ab der vorletzten Jahrhundertwende steht uns Bildmaterial zur Verfügung, das zur Darstellung der weiteren Entwicklung der Stadt Ratingen genutzt werden kann und das insbesondere für die Zeit nach dem Zweiten Weltkrieg in großem Maße im Archiv der Stadt Ratingen zu finden ist“, lassen uns die beiden Autoren wissen. Bei der Zusammenstellung der historischen Fotografien und Abbildungen spielen die vorangegangenen Jubiläen von 1926, 1951 und 1976 eine tragende Rolle. Zudem spiegelt sich in den hier präsentierten Bildern die politische wie gesellschaft­liche und soziale Entwicklung des 20. Jahrhunderts, vom Überschwang der 1920er-Jahre über die Nachkriegstristesse und Aufbruchsstimmung bis zu den ambitionierten Ideen und Gedanken der 1960er- und 1970er-Jahre.

Was auffällt: Es lohnt bei der Betrachtung der Bilder unbedingt auch ein zweiter, ein genauerer Blick. Auf die Details der Aufnahmen, auf die Menschen, die aus Fenstern schauen oder wie erstarrt zum Fotografen blicken, auf die Reklametafeln, die Werbung oder auf die Preise für die angebotenen Waren. Schließlich aber auch auf den Standort und das Hauptmotiv selbst, denn hier mögen Erinnerungen an längst Vergangenes aufkommen, an alte Zeiten eben, oder auch gar schlichtes Erstaunen über das Maß an Veränderung. Mit der kommunalen Neuordnung von 1975 schließlich vergrößerten sich Fläche und Einwohnerzahl Ratingens signifikant. Heute, ein gutes halbes Jahrhundert später, sind die Wogen jener Zeit längst geglättet. Auch daran erinnert dieses sprichwörtlich sehenswerte Buch. (Manfred Buer/Udo Haafke: Ratingen. Eine Zeitreise durch 750 Jahre Stadtgeschichte, Sutton Verlag, ISBN: 978-3-96303-669-9)