(mmm) In Zusammenarbeit mit der Volkshochschule Ratingen und den Freunden und Förderern des Museum Ratingen startet am 25. Juni (18 Uhr) im Museum eine zweiteilige Vortragsreihe mit der Architekturhistorikerin Dr. Alexandra Apfelbaum. Sie beleuchtet zunächst den Kontext der deutschen Museumsarchitektur und Bruno Lambarts Erweiterung für das Museum Ratingen sowie den Neubau des Medienzentrums. Im Herbst (10. September, 18 Uhr) beschäftigt sich ein zweiter Vortrag mit den Bauten und Projekten auf lokaler Ebene in Ratingen.
Bruno Lambart ist der Bevölkerung in Ratingen vor allem als der Burgherr auf „Haus zum Haus“ bekannt geworden. Doch neben der Revitalisierung der Wasserburg hat er etliche Projekte in der Stadt verwirklicht, die als Zeichnungen, auf Plänen und auf Fotos dokumentiert sind. Mit seinen Bauten hat Lambart das Stadtbild Ratingens nachhaltig geprägt. Beispiele für seine Arbeiten sind das Jugendzentrum Manege und das Postamt in Lintorf, das Ärztehaus und die Käthe-Kollwitz Realschule Ratingen-West, ferner Altes Steinhaus, das Medienzentrum, der Arkadenhof am Obertor, eine Wohnbebauung an der Fester Straße, Arbeiterwohnungen und Werkstätten Cromford. Und auch das „Büdchen” am Straßenbahn- und Busbahnhof Düsseldorfer Straße. So ist in Lambarts Gesamtwerk ist nicht nur der Wandel der Bonner Republik in ihren Stein, Glas und Beton gewordenen architektonischen Manifesten abzulesen, sondern auch seine ganz besondere Bindung zu Ratingen.
Das Stadtbild nachhaltig geprägt
Die Architekturhistorikerin Dr. Alexandra Apfelbaum beleuchtet an ihrem ersten Vortragsabend Bruno Lambarts Museumserweiterung zusammen mit seinem Neubau des Medienzentrums im Kontext deutscher Museumsarchitektur. Lambart (1924-2014) studierte Architektur an der Technischen Universität Stuttgart. Seit 1974 war der Architekt in der Ratinger Wasserburg „Haus zum Haus“ ansässig. Sein Büro, das er später zusammen mit seiner Frau, Dr. Christa Lambart, führte, erhielt bundesweit Aufträge. Der Ratinger Architekt zählt zu den prägenden Vertretern der Nachkriegsmoderne im Rheinland.
Der Vortrag im September wird sich Lambarts Wirken in Ratingen widmen und aufzeigen, wie seine Bauten den Übergang von der Wiederaufbauarchitektur zu einer reflektierten, modernen Baukultur sichtbar machen. Dabei werden die Entwicklung der Stadt in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts ebenso beleuchtet wie die Frage, welche Bedeutung Lambarts Entwürfe heute für das baukulturelle Erbe Ratingens besitzen. Zurück zum Museum: Mit seinem Entwurf für die Erweiterung des Museum Ratingen und den Neubau eines Medienzentrums schuf er zu Beginn der 1990er Jahre Bauten, die die Haltung einer sachlich-zurückhaltenden und zugleich qualitätsvollen Architektur beispielhaft verkörpern. Der Vortrag widmet sich Lambarts Werk vor dem Hintergrund des deutschen Museumsbooms in den 1970er und 1980er Jahren. Er zeigt auf, wie sich in Ratingen die funktionalen Anforderungen eines modernen Museums mit einem sensiblen Umgang und dem historischen Stadtraum verbinden. Skizziert wird zudem der Museumsneubau aus dem Jahr 1979, den Klaus Leyendecker entworfen hatte.
Dr. Alexandra Apfelbaum, die Referentin beider Vorträge, ist promovierte Kunst- und Architekturhistorikerin sowie Denkmalpflegerin. Sie ist seit 2009 als freiberufliche Autorin und Herausgeberin tätig, arbeitet als Kuratorin und Architekturvermittlerin und lehrt an verschiedenen Hochschulen Architekturgeschichte und -theorie. Die Ausstellung „Bauen als Kulturbeitrag. Die Architektur des Museum Ratingen“ ist Teil des Programms zum diesjährigen Museums- und Stadtjubiläum Ratingens.
Weitere Infos unter: https://www.stadt-ratingen.de/kultur-und-tourismus/museum-ratingen.





