Galerie Art-Limited: „Wir verkaufen Emotionen!“

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Stefan Piekarski zeigt in seiner Galerie „Art-Limited“ das „Who is who“ der zeitgenössischen Kunst seit 1950. Foto: M. Machan

(mmm) „Das hier ist nicht die Kö“, begrüßt mich Stefan Piekarski, Inhaber der beiden Galerien „Art-Limited“ und „Uecker-Werke“ im Hinterhof der ehemaligen Tresorgießerei an der Neanderstraße. In der lichtdurchfluteten, 250 Quadratmeter großen Galerie mit Loft-Charakter hat das „Who is who“ der zeitgenössischen Kunst seit 1950 ein Zuhause. „Wir zeigen einen repräsentativen Querschnitt der wichtigsten zeitgenössischen Positionen“, erklärt Piekarski, der durch sein Elternhaus schon in jungen Jahren mit den Künstlern der 70er Jahre in Berührung kam. „Immer wenn es mit meinen Eltern nach Ilverich zu dem großen Mann mit seinem riesigen Hut ging, hatte ich Angst“, erinnert er sich an die ersten Begegnungen mit Joseph Beuys. Beuys, wie auch der im vergangenen Jahr verstorbene Günther Uecker, seien damals keine wohlhabenden Menschen gewesen, wurden von seinen Eltern häufig zum Essen eingeladen. Damaliger Ratschlag der Eltern: „Lass‘ die Finger von der Kunst!“ Das tat Piekarski auch zunächst und studierte BWL statt Kunstgeschichte. Und dennoch blieb das Faible für die Kunst immer da.

Piekarski kaufte zeitgenössische Werke erst für sich selbst, dann für Freunde und Bekannte, wurde zum Sammler und eröffnete seine Galerie „Art-Limited“ für Kunstsammler, Kunstinteressierte und Entdecker vor rund einem Jahrzehnt. Sein Programm: „Name. Name. Name!“ Zum Portfolio gehören mehr als 300 inspirierende Meisterwerke von renommierten Künstlern wie ausgewählten, aufstrebenden Newcomern. Neue Künstler zu finden, bei denen der Preis der Werke über Jahre und Jahrzehnte stabil bleibe, sei nichts anderes als eine Wette: „Die Chance im Casino ist größer, als auf dem Kunstmarkt einen echten Newcomer zu finden.“ Und: „Künstler, die aktuell gehypt werden, haben auch eine enorme Fallhöhe.“ Daher: „Ein Kunstwerk sollte in erster Linie einen emotionalen Mehrwert schaffen, an dem man sich jeden Tag erfreuen kann. Man sollte nur dann ein Bild kaufen, wenn es einem wirklich gefällt, es nicht als bloßes Investment sehen.“

Richter & Mack, Beuys & Baselitz, Immendorff & Lüpertz …

Im Fokus stehen bei Piekarski Unikate und Editionen von Künstlern wie Heinz Mack, Otto Piene, Jörg Immendorff, Markus Lüpertz, Thomas Baumgärtel, Georg Baselitz, Joseph Beuys sowie natürlich Gerhard Richter. Und Günther Uecker. Seine Galerie sei die größte in Europa für Prägedrucke, Editionen und Unikate von Uecker. Die geradezu ikonischen reliefartigen Nagelbilder sind dabei, eindrucksvolle Prägedrucke auch. „In unserer ständigen Ausstellung finden Kunstinteressierte mehr als 70 seiner Werke aus Privatsammlungen, Auktionen und Galerien aus den Jahren zwischen 1965 und 2024.“

Als „Art-Adviser“ realisiert Piekarski deutschlandweit Kunstprojekte, hilft dabei, das richtige Kunstwerk zu finden oder es bestmöglich zu verkaufen. „Meine Kunst ist es herauszufinden, welches Bild von welchem Künstler zu einem passt und gleichzeitig eine gute Wertanlage ist.“ Und: „Ich bin kein Hellseher, habe aber einen profunden Blick in die Daten der Vergangenheit.“ Seine Beratung stütze sich auf marktspezifische Parameter, die darüber entscheiden, ob ein Kauf lohnenswert sei. Eine Raketenwissenschaft sei dies nicht. „Ich greife unter anderem auf die Auktionsergebnisse des Künstlers in den vergangenen zehn Jahren zurück, werfe die Zahlen aus Datenbanken und Marktindizes in einen Topf. Mein Anspruch: Transparenz, Authentizität und Glaubwürdigkeit ist meine Währung.“

„Preis auf Anfrage“? Nicht bei Piekarski. Dem Kunstmarkt mangele es an Transparenz. Es seien, anders als bei Aktien, eben nicht alle relevanten Marktdaten für den Kunstinteressierten frei verfügbar. Mit dieser Position mache er sich freilich nicht nur Freunde im Kunsthandel, aber das halte er aus. Seine Motivation: „Wir verkaufen Emotionen.“ Diese lassen sich bei zwei Ausstellungen im Jahr sowie nach vorheriger Terminvereinbarung in der Galerie erleben.