
(mmm) Eigentlich ist Marcus Eichler ja Rentner. Doch das ist eine eher unpassende Zustandsbeschreibung für jemanden, der sein Leben lang sportliche Herausforderungen gesucht hat und in seiner Heimatstadt Ratingen vor allem mit dem Ausdauersport (Langstreckenlauf, Triathlon, Schwimmen) in Verbindung gebracht wird. Nach über 35 Jahren im Vertrieb, die längste Zeit davon beim Serviettenhersteller „Duni“, verbringt der 68-Jährige seit April seine Zeit wieder im Unruhestand. 20 Stunden die Woche arbeitet Eichler für die Stadtwerke Ratingen als Rettungsschwimmer am Beckenrand. „Das macht mir viel Spaß“, erzählt er uns am „Tag des Sports“ im Stadtwerke Sportpark. Denn Eichler ist auch Trainer im Triathlon Team von Ratingen 08, Mitglied beim TuS 08 Lintorf und im Vorstand des Stadtsportverbandes Ratingen. Nicht zu vergessen: Er ist seit seiner Jugend Mitglied der CDU, nimmt an vielen (gesellschafts)politischen Veranstaltungen teil.
Dazu passt sein Lebensmotto („Wenn Du eine gute Idee hast, erstelle einen genauen Plan und setze ihn um.“) genauso wie seine persönliche DNA: „Übernehme Verantwortung und frage nicht nach Dank. Denn das Erlebnis ist (oft) Lohn genug.“ Geboren in Düsseldorf, zog Eichler im Alter von acht Jahren Mitte der 1960er Jahre nach Ratingen-Süd. „Mit dem Fahrrad konnte ich nach kurzer Zeit bis nach ‚Ten Eicken‘ fahren. An diese ersten Radtouren erinnere ich mich auch noch heute sehr gut.“ Nach dem Abitur in Ratingen 1977 am Theodor-Heuss-Gymnasium (heute Carl Friedrich von Weizsäcker-Gymnasium) absolvierte Eichler ein duales Studium zum Industriekaufmann und Diplom-Betriebswirt (VWA).
Tradition und soziales Miteinander
„Ratingen ist für mich meine Heimat“, sagt Eichler, wohl auch, weil Ratingen eine echte Sportstadt ist: „Sehr gute Schwimmbäder und Sportvereine, in denen ich mich wohlfühle, sowie ein tolles Stadion.“ Apropos Stadion: Das ist sein Lieblingsplatz. „Als Schüler habe ich hier noch auf der Aschenbahn meine Runden gedreht. Und in der Weitsprunggrube, damals noch von meiner Mutter mit einem Maßband genau gewertet, meine ersten Sprünge über fünf Meter geschafft.“ In seiner sportlichen Laufbahn als Langstreckenläufer hat Marcus Eichler über 300 Wettkämpfe bestritten, darunter fünf Marathonläufe. Auf seine Zeit beim Halbmarathon im Alter von 48 Jahren von 1:35 Stunden ist er auch heute noch stolz. Da verwundert es nicht, dass er sich beim Stadtsportverband insbesondere um die Themen Leichtathletik, Langstreckenlauf und Triathlon kümmert und für die Organisation des Sparkassen Laufcups verantwortlich ist.
Wie kommt man zum Triathlon? „Nach vielen Jahren des Langstreckenlaufes beim ‚Angerland LT Lintorf‘ suchte ich nach einer Sportart, die insbesondere die Muskulatur im Rückenbereich stärkt. Rückenkraul und Kraulschwimmen sind ideale Trainingsformen“, erzählt er. Und: „Da ich auch immer sehr gerne Radgefahren bin, lag der Triathlon-Sport einfach nahe.“ Gesagt, getan: 2011 absolvierte er seinen ersten Volkstriathlon, drei Jahre später startete er für das Ratinger Triathlon Team. Und jenseits des Sports? Geträumt hat er davon, in einer Band zu spielen, indes: „Leider bin ich völlig talentfrei, selbst die Blockflöte hat mich als Kind überfordert.“ Und so spielt er dann eher mit seiner Partnerin eine Runde Schach oder genießt die Erlebnisse mit den vier Enkelkindern. An Ratingen schätzt Eichler die große Tradition der Stadt, die Sprache der Menschen vor Ort, das soziale Miteinander. Fehlt noch was? „Besser ausgebaute Radwege, sowohl innerstädtisch als auch zum Umland.“



