31 Kunstgeschichten zum Stadtjubiläum: Buch jetzt im Handel

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Engagierte bei der Präsentation des Buches,Bild: Manni Evers
Engagierte bei der Präsentation des Buches,Bild: Manni Evers

Mehr als 100 Gäste kamen zur Präsentation des nun im Handel erhältlichen Buches „Stadt, Kunst, Freiheit“. Musik, persönliche Geschichten und ein Hip-Hop-Auftritt prägten den Nachmittag. Er wurde selbst zu einem Stück Ratinger Kulturgeschichte.


Ratingen | Die Orgel in der ev. Versöhnungskirche in Ratingen West spielt erst den Namen der Stadt. Wenig später erklingt Hip-Hop. Bei der Präsentation von „Stadt, Kunst, Freiheit“ am Samstag, 10. Oktober, trafen in Ratingen-West ganz unterschiedliche Kunstformen aufeinander. Mehr als 100 Kunstinteressierte lernten das Buch von Heiner van Schwamen und Manni Evers kennen. Es versammelt 31 Kunstgeschichten aus Ratingen. Das Werk ist ein Beitrag zum 750-jährigen Stadtjubiläum.

Kunst schon vor der Kirchentür

Pastor Matthias Leithe begrüßte erfreut die vielen Gäste. In der Versöhnungskirche finden Kunst und Kirche regelmäßig zusammen. Das gilt laut Pastor Leithe auch für den Brunnen vor dem Gebäude. Seine Basaltstelen stammen aus einer Kunstaktion von Joseph Beuys. Der Ort passte damit ausdrücklich zum Thema des Buches. Die Kunst begann bereits vor der Kirchentür und wurde an diesem Tag erneut in die Kirche hineingetragen.

Ein Feuer, das immer weiter wuchs

Heiner van Schwamen verglich die Entstehung des Buches mit einem kleinen Feuer. Die Autorinnen und Autoren hätten immer wieder Holz nachgelegt. Aus einer ersten Idee sei Schritt für Schritt ein gemeinsames Projekt geworden. Manni Evers dankte Gabriele Scheidsteger und Martin Hohnhorst vom Velberter Scala-Verlag. Ihr fachliches Können und ihr Engagement hätten aus einer Sammlung bebilderter Texte ein Buchkunstwerk gemacht.

Bürgerschaftliches Engagement im Jubiläumsjahr

Die Grüße der Stadt überbrachte der erste stellvertretende Bürgermeister Michael Droste. Ein solches Werk habe auf keinem städtischen Plan für das Jubiläumsjahr gestanden, sagte er. Für ein Projekt mit vielen hundert Stunden Arbeit fehlten der Verwaltung die zeitlichen Ressourcen. Gerade deshalb zeige das Buch, was bürgerschaftliches Engagement möglich mache. Menschen hätten sich mit der Kunstgeschichte ihrer Stadt befasst und sie gemeinsam sichtbar gemacht. Ratingen erhielt am 11. Dezember 1276 die Stadtrechte. 2026 erinnert die Stadt mit zahlreichen Projekten, wie auch diesem, an dieses Jubiläum.

Viele Wege zur Kunst

Durch das Programm führte Michael Schäfer. Er gründete 2020 das Kleine Theater Nebenan. Die Beiträge zeigten, wie unterschiedlich die Wege zur Kunst sein können. Alex Otto ist künstlerischer Leiter des Folkerdey-Festivals und Lehrer am Dietrich-Bonhoeffer-Gymnasium. Ihn habe seine Schulzeit zur Kunst geführt, erzählte er. Zwei Schülerinnen begleiteten ihn und sangen John Lennons „Imagine“.

Manfred Fiene, früherer Leiter des Ratinger Grünflächenamtes, stellte gemeinsam mit Ursula Alsleben den Ratinger „3klang“ vor. Gemeint ist das Zusammenspiel von Haus zum Haus, Poensgenpark und Cromford. Kunstwerke an diesen Orten sollten mit ihrer Umgebung in einen Dialog treten, sagte Fiene. Dominieren sollten sie die Umgebung aber nicht.

Angekommen in der Freiheit

Besonders persönlich wurde es mit Helda Kutish. Die syrische Künstlerin lebt in Ratingen. Sie sprach über Freiheit. In Syrien sei Kunst häufig durch gesellschaftliche und religiöse Tabus eingeschränkt gewesen. Erst in Ratingen habe sie erfahren, was es bedeute, sich ohne Angst künstlerisch auszudrücken. Heute fühle sie sich als Tochter der Stadt: frei, sicher und angekommen.

Von der Orgel zum Hip-Hop

Ansgar Wallenhorst verwandelte anschließend Buchstaben in Töne. Er spielte „Ratingen“ auf der Orgel. Wallenhorst ist international als Konzertorganist tätig und prägt seit vielen Jahren die Ratinger Kirchenmusik. Den Schlusspunkt setzte Tahir „Tachi“ Cevik. Der gebürtige Ratinger wurde mit der Hip-Hop-Gruppe Fresh Familee bekannt. Sie zählt zu den frühen deutschsprachigen Rap-Formationen. Sein Auftritt machte den Gedanken des Nachmittags hörbar: Kunst spricht viele Sprachen und findet überall ihren Platz.

Gespräche zum Ausklang

Nach dem offiziellen Programm suchten die Gäste das Gespräch mit den Beteiligten. Viele nutzten die Gelegenheit, das Buch zu kaufen. Heiner van Schwamen zog eine positive Bilanz. Die Präsentation sei gelungen und dem Anlass angemessen gewesen.

„Stadt, Kunst, Freiheit“ ist für 31 Euro in Ratinger Buchhandlungen erhältlich.

Gäste der Buchpräsentation, Bild: Manni Evers
Gäste der Buchpräsentation, Bild: Manni Evers