
(mmm) Schwimmen lernen kann (über)lebenswichtig sein. Nach einer erfolgreichen Pilotphase ist mit Beginn des neuen Schuljahres an den Ratinger Grundschulen jetzt in Abstimmung mit der Stadt (und Mittelfreigabe durch einen entsprechenden Ratsbeschluss im April 2026) das vom Stadtsportverband Ratingen initiierte Projekt der Schwimmassistenz gestartet. Das Projekt „Ratingen lernt schwimmen“ soll dafür sorgen, dass mehr Kinder (besser) schwimmen lernen. Bürgermeister Patrick Anders: „Unser Ziel ist, dass möglichst kein Kind die Grundschule ohne das Schwimmabzeichen in Bronze verlässt.“ Kinder, die mindestens dieses Abzeichen haben, gelten als sichere Schwimmerinnen und Schwimmer.
Mit der Initiative der „Schwimmassistenz“ soll in Ratingen eine Besorgnis erregende, bundesweit zu beobachtende Entwicklung der letzten Jahre gestoppt werden. Immer weniger Kinder können (gut) schwimmen. „Da die Ursachen vielfältig sind, wollen wir dieses Problem mit vereinten Kräften angehen“, sagt die städtische Jugenddezernentin Sabine Klocke. Bei diesem Ratinger Projekt sitzen mit dem Stadtsportverband, den Grundschulen und den Sportvereinen alle Akteure im Boot, die einen Beitrag zur Verbesserung leisten können. Gemeinsames Ziel: die hohe Nichtschwimmer-Quote deutlich reduzieren!
Individuelle, qualitativ optimierte Förderung möglich
Ein entscheidender Hebel besteht darin, die Assistenz des Schwimmunterrichtes an den Grundschulen sicherzustellen. Denn vielfach fiel dieser Unterricht in der Vergangenheit aus, weil die vorgeschriebene Doppelaufsicht nicht sichergestellt werden konnte. Hier sollen nun die Ratinger Vereine, insbesondere der TV Ratingen (federführend in der Organisation) sowie der TUS 08 Lintorf, helfen, indem sie den Grundschulen eine qualifizierte Schwimmassistenz zur Verfügung stellen. Michael Schneider, Vorsitzender des Stadtsportverbandes: „Bei der Schwimmassistenz wird jede Schulklasse beim Schulschwimmen durch eine Schwimmsportfachkraft begleitet. So können mehr Kinder individuell und qualitativ optimiert gefördert werden.“
Generell entlastet eine Schwimmassistenz in Grundschulen die Lehrkräfte, erhöht die Sicherheit im Wasser und ermöglicht eine intensivere Betreuung der Kinder. Da Grundschulklassen mitunter groß, die Leistungsunterschiede beim Schwimmen enorm sind, gilt eine zusätzliche Fachbegleitung als entscheidend für den Lernerfolg. Diplom Sportlehrer Ralph Kastner vom TV Ratingen, der das Projekt für den Stadtsportverband koordiniert: „Einige Schulen kommen fast ausschließlich mit Schwimmern, andere fast nur mit Nichtschwimmern. Ziel wird es sein, darüber eine verlässliche Evaluation zu erstellen. Denn wir wollen die Schwimmfähigkeit aller Grundschüler ermöglichen – in jedem Fall ein hochgestecktes Ziel.“ In der Pilotphase haben sich bereits zehn Grundschulen am Projekt beteiligt. Ziel ist es nun, alle 14 Grundschulen möglichst zu jeder Schwimmzeit zu unterstützen. „Jede Schule kommt im Schnitt mit 25 Kindern. Es sind aktuell also rund 250 Kinder, die wir begleiten dürfen.“
Kastners Fazit nach der Pilotphase: „Es ist eine große Aufgabe mit einem sehr positiven Feedback aller Beteiligten. Alle kommen gerne.“ Und: „Je früher man mit dem Schwimmunterricht anfängt, desto besser.“ So sieht es auch Lena Kreft, Vorstand im Stadtsportverband: „Das Fazit der Pilotphase, in der das Konzept mit Leben gefüllt wurde, ist bei allen Beteiligten – der Stadt, den Vereinen, den Schulen, dem Stadtsportverband – mehr als positiv. Alle freuen sich, dass nun nach der Pilotphase die eigentliche Umsetzung der Projektphase gestartet ist.“
Die Schwimmassistenz ist eine Win-win-Situation für alle Beteiligten. Für die Schülerinnen und Schüler steht neben dem Aspekt der Schwimm-Sicherheit die individuelle Förderung und damit ein schnellerer Lernerfolg auf der Haben-Seite. Für die Schulen stellt die Schwimmassistenz eine spürbare Entlastung dar: Die Lehrkräfte können sich auf die methodische Vermittlung und eine bessere Differenzierung der Schülerschaft konzentrieren. Nicht zu vergessen der gesamtgesellschaftliche Nutzen, zuvorderst die Prävention von Bade- und Ertrinkungsunfällen.



