Ein Blick hinter den Wassergraben: Rittergut Volkardey öffnet seine Tore

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Auch das Rittergut Volkardey konnte anlässlich des Ratinger Schlösser- und Burgentages besichtigt werden. Foto: Iljana Strenger
Auch das Rittergut Volkardey konnte anlässlich des Ratinger Schlösser- und Burgentages besichtigt werden. Foto: Iljana Strenger

Ratingen. Anlässlich des Schlösser- und Burgentages in Ratingen konnte am 30.August im Rahmen einer Führung ein Blick auf das Volkardeyer Rittergut erhascht werden. Das Grundstück, vom Besitzer Theo Leuchten sonst in privatem Charakter gehalten, durfte unter der Begleitung der Denkmalbehörde besichtigt werden.

Auf dem Hof des Ritterguts fand sich eine Gruppe von ungefähr 20 Personen zusammen, gespannt darauf, einen Einblick in die Geschichte Volkardeys zu erhalten. Dabei lebte auch die ein oder andere Legende wieder auf.  So berichtete die Denkmalbehörde von der Annahme, Napoleon habe wohl nach seinem verlorenen Feldzug in Frankreich im Rittergut Volkardey genächtigt. Die Geschichte wurde von den Anwesenden mit dem ein oder anderen Augenzwinkern quittiert – historisch belegt ist sie allerdings nicht. Gerade solche Erzählungen machten die Führung neben den geschichtlichen Fakten zu einer lebendigen Reise in die Vergangenheit des Ritterguts.

Historisches bewahren, Neues schaffen

Dass Geschichte und Gegenwart auf Volkardey eng miteinander verbunden sind, zeigt auch die umfangreiche Restaurierung der vergangenen Jahre. Die Eigentümerfamilie Leuchten hat das Rittergut denkmalgerecht saniert. Unter anderem wurden die ehemaligen Stallungen zu sechs Wohneinheiten, wobei der landwirtschaftliche Charakter durch den Erhalt der Fassaden, Backsteine und Dachkonstruktionen bewusst bewahrt werden konnte. Auch wenn eine Besichtigung der Wohnanlagen zur Wahrung der Privatsphäre nicht möglich waren, konnten dennoch einige Aufzeichnungen und Fotos des Rittergutes vor, nach und während der Restaurierung begutachtet werden. Auch die historische Wassermühle am Schwarzbach, im Jahre 1530 erstmalig erwähnt, gehört zur Anlage. Sie wurde bereits 1984 saniert und wird heutzutage als Wohnhaus genutzt.

Großer Andrang am Schlösser- und Burgentag

Der Ratinger Schlösser- und Burgentag bot dabei nicht nur auf Volkardey eine seltene Gelegenheit: Sechs historische Anlagen in Ratingen öffneten am Sonntag ihre sonst geschlossenen Türen. Dazu zählten unter anderem das Schloss Landsberg bei Kettwig, das Haus Gräfgenstein und das Haus Anger. Alle der Grundstücke befinden sich im Privatbesitz. Das Interesse war entsprechend groß: Schon vor dem Veranstaltungstag warensämtliche Führungen ausgebucht, bei der Denkmalschutzbehörde waren knapp 200 Anmeldungen allein an einem Wochenende eingegangen.