
Ratingen | Manchmal entscheidet nicht das höchste Gebot, sondern die besondere Verbindung. Als bei der Versteigerung der von Ratinger Kindern gestalteten Jubiläumsdaumen zunächst niemand für das Kunstwerk der Kita Turmstraße bot, griff „Unser Ratingen” zu. Der Grund: Auf der Vorderseite hatten die Kinder gut lesbar genau jene Worte verewigt, die auch den Titel der Zeitung bilden.
Ein Zuhause in der Redaktion
Der Schriftzug steht hier wie dort für die enge Verbundenheit mit der Stadt und ihren Menschen. Für die Redaktion war deshalb schnell klar, dass dieser Daumen bleiben sollte. Iljana Strenger wird das farbenfrohe Kunstwerk künftig von außen gut sichtbar in der Redaktion aufstellen – als Erinnerung an das 750-jährige Stadtjubiläum, an die Kreativität der Kinder und an die Kraft bürgerschaftlichen Engagements. Falls die Kita Turmstraße den Daumen dann doch lieber in ihren eigenen vier Wänden beheimatet sehen möchte, wird Unser Ratingen diesen natürlich gerne abgeben.
Die Idee hinter der Aktion
Initiator Fred Pradella verbindet mit dem Projekt die Ratinger Dumeklemmer-Sage mit dem weltweit verständlichen Zeichen des erhobenen Daumens. Gemeinsam mit dem Verein für Heimatkunde und Heimatpflege lud er Kitas und Grundschulen ein, ihre Sicht auf Ratingen kreativ auszudrücken. Die kleinen Skulpturen wurden im Stadtgebiet präsentiert und schließlich versteigert.
Charity-Förderung als sechstes Projekt
Die Charity-Initiative von „Unser Ratingen” hatte das Projekt bereits mit 2.500 Euro unterstützt. Zehn Prozent der lokalen Anzeigeneinnahmen der Zeitung fließen grundsätzlich in gemeinnützige Ratinger Projekte. Die Daumen-Aktion wurde als sechstes Förderprojekt ausgewählt, weil sie Kinder beteiligt, Stadtgeschichte vermittelt und dauerhafte Zeichen im Stadtbild schafft.
Noch zwölf Daumen ohne Abnehmer
Zwölf Daumen haben bislang keinen endgültigen Abnehmer gefunden. Einrichtungen, die bei der Versteigerung nicht vertreten waren, haben damit noch die Chance, ihr Kunstwerk zurückzuholen. Peter Thomas aus Hösel ging bereits mit gutem Beispiel voran: Er ersteigerte mehrere Daumen, um sie bei nächster Gelegenheit den jeweiligen Kitas zu übergeben. Auch andere Werke wurden zunächst kommissarisch erworben und sollen auch an ihre Entstehungsorte zurückkehren.

Viel Zeit bleibt dafür nicht. Fred Pradella kündigt an, die verbliebenen Daumen in Kürze frei zu verkaufen. Der Erlös fließt in einen gemeinsam mit dem Heimatverein initiierten Fonds, der bereits mit rund 2.000 Euro ausgestattet ist. Daraus sollen künftig schulnahe Projekte gefördert werden.
Bleibende Zeichen im Stadtbild
Parallel nimmt der dauerhafte Teil der Aktion Gestalt an. Drei mannshohe Daumen sollen im öffentlichen Raum aufgestellt werden, ein weiterer auf einem Privatgrundstück an einer wichtigen Zufahrt nach Ratingen. Die Stadt hatte das Projekt als eines der geförderten Jubiläumsvorhaben hervorgehoben. So bleibt das Jubiläum über das Festjahr hinaus sichtbar – als Zeichen für Heimatverbundenheit, Zuversicht und eine Stadtgesellschaft, die ihre Kinder ernst nimmt.



