„Hospizbewegung Ratingen“: Den letzten Lebensabschnitt würdevoll begleiten

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„Sterben ist für viele ein Tabu-Thema. Leider werden wir meist viel zu spät gerufen“, Helmut Begall, Gründungsmitglied und Schatzmeister der Hospizbewegung Ratingen Foto: Matthias Machan

(mmm) Lokal in Ratingen werben und damit vor Ort wirkungsvoll Gutes tun, das ist für das Team von Unser Ratingen seit dem ersten Erscheinungstag ein Herzens-Anliegen. 10% aller lokalen Anzeigeneinnahmen werden an Vereine und gemeinnützige Organisationen, die in Ratingen ansässig sind und ihre satzungsmäßigen Ziele zugunsten von Menschen oder Einrichtungen in Ratingen verwirklichen, gespendet. Das Charity-Management mit den Sparkassen-Vorständen Beate Händeler und Udo Zimmermann sowie dem Unternehmer Dirk Wittmer hat als aktuelles, siebtes Förder-Projekt die Hospizbewegung Ratingen e.V. ausgewählt.

Wenn man sich mit Helmut Begall, vor 31 Jahren Gründungsmitglied und bis heute Schatzmeister der Hospizbewegung Ratingen, an einem Sommertag auf dem Marktplatz über seine Heimatstadt („Ich bin hier geboren, habe mein ganzes Arbeitsleben bei der Sparkasse verbracht.“) unterhält, dann sind die Themen Tod und Trauer gedanklich weit weg: „Ratingen ist lebens- und liebenswert. Als Tourist würde ich immer mit Fotoapparat durch die Stadt laufen.“ Dazu passt der Satz der Ärztin und Begründerin der modernen Hospizbewegung, Cicely Saunders: „Wir können dem Leben nicht mehr Tage geben, aber den Tagen mehr Leben.“

„Wir werden manchmal viel zu spät gerufen“

Mit der Hospizbewegung Ratingen möchten Begall und der 430 Mitglieder starke Verein Berührungsängste zum Thema Tod und Trauer abbauen. Und auch wenn das Sterben zum Leben dazu gehört: „Sterben ist für viele ein Tabu-Thema. Leider werden wir manchmal viel zu spät gerufen.“ Die Hospizbewegung Ratingen hat es sich zur Aufgabe gemacht, nicht nur den letzten Lebensschritt eines sterbenden Menschen würdevoll zu begleiten, sondern auch die Trauerbegleitung der Angehörigen einfühlsam zu ermöglichen.

Was bedeutet Hospizarbeit konkret? Sie betrachtet das Sterben als Teil des Lebens, der besondere Achtung verdient. „Menschen in der schwierigen Endphase ihres Lebens werden respektvoll und zugewandt begleitet, wodurch ihre Würde bis zuletzt gewahrt bleibt. Ihre persönlichen Bedürfnisse und Wünsche stehen im Mittelpunkt“, erklärt Begall. Die hospizliche Begleitung sorge für ein tragfähiges Netz von vielen Mitwirkenden – in Ratingen sind das rund 55 geschulte Ehrenamtliche, die von drei hauptamtlichen Koordinatorinnen organisatorisch gelenkt und fachkundig angeleitet werden – die alles ihnen Mögliche für das seelische und geistige Wohlergehen des Todkranken tun. So leistet die Hospizbewegung eine psychosoziale Ergänzung der Pflege, die durch Angehörige, Pflegedienste u.a. erbracht wird.

Hilfestellungen für Angehörige & Nahestehende

Doch auch Angehörige und Nahestehende finden in der Zeit des Abschiednehmens Unterstützung und konkrete Hilfestellungen. Nach dem Start der Hospizbewegung hatte der Vorstand schnell erkannt, dass neben der Sterbebegleitung auch die Menschen im Umfeld Sterbender mit ihrer Trauer und ihren Ängsten nicht alleine gelassen werden dürfen. Angebote für Menschen in Trauer sind u.a. das Trauercafe, Einzelgespräche, begleitete Spaziergänge („Trauer in Bewegung“) und eine Trauergruppe für junge Erwachsene. Denn der Tod eines geliebten Menschen passt so gar nicht in das Leben in der Zeit zwischen Studium, Ausbildung oder Berufsstart. In einem geschützten Raum dürfen Gefühle ihren Platz haben, können Erinnerungen geteilt werden, ist ein Austausch auf Augenhöhe möglich. Ein Herzensprojekt der Hospizbewegung Ratingen ist „Trauer in Bewegung“. Es richtet sich an Menschen in Trauer, die sich gerne bewegen, aber dies nicht allein tun möchten. Und so geht es am ersten Sonntag eines jeden Monats bis zu zwei Stunden durch die Ratinger Wälder, um sich auszutauschen oder auch nur wortlos zusammen in Bewegung zu kommen. „Bewegung hilft in schwierigen Zeiten, beruhigt die Seele und den Geist“, so die Initiatoren.

Als Fernziel wurde die Errichtung eines stationären Hospizes für Ratingen in die Satzung geschrieben. „Dafür sammeln wir seit 30 Jahren. Der Weg ist weit“, so BegalI. In Kooperation mit dem St.-Marien-Seniorenheim wurde 2009 ein Palliativer Wohnbereich errichtet, ein weiterer kam im April dieses Jahres im Seniorenheim Haus Wichern (Homberg) hinzu. (Wer die Hospizbewegung Ratingen e.V. mit einer Spende unterstützen möchte, kann dies auf diesem Wege tun: Hospizbewegung Ratingen e.V., Sparkasse HRV, IBAN: DE02 3345 0000 0042 1139 69)