Wenn Ideen laufen lernen
Ratingen | Manchmal beginnt ein Unternehmen nicht mit einem Businessplan, sondern mit einem Satz wie: „Eigentlich müsste man doch …” Genau solche Sätze sollen beim Innovationsförderpreis Ratingen nicht in der Schublade verschwinden. Der Wettbewerb, den der Living Room Ratingen ins Leben gerufen hat, geht nun in seine entscheidende Phase.
Am Sonntag, 5. Juli, werden ab etwa 14 Uhr im Cromford Park, während des Cromford Park Festes, die Gewinnerinnen und Gewinner ausgezeichnet. Die Preisverleihung dauert rund 90 Minuten, der Eintritt ist frei. Damit bekommt das Thema Gründung mitten im Ratinger Jubiläumsjahr eine öffentliche Bühne – passend zum historischen Ort. Denn Cromford steht wie kaum ein anderer Platz in Ratingen für Aufbruch, Wandel und unternehmerischen Mut.
Ideen aus der ganzen Region
Der Innovationsförderpreis richtet sich an Gründerinnen, Gründer, kreative Einzelpersonen und Teams aus Ratingen, Düsseldorf, dem Kreis Mettmann und der Rhein-Ruhr-Region. Gesucht wurden keine fertigen Konzernkonzepte, sondern umsetzbare Ideen mit erkennbarem Nutzen, klarem Problemverständnis und dem Willen, daraus ein echtes Vorhaben zu machen. Die Bewerbung lief über Kurzformular und Videopitch, aus den Einreichungen wurde eine Top-10-Shortlist zusammengestellt.
Der eigentliche Wert des Wettbewerbs liegt dabei nicht allein im Preisgeld. Zwar werden Preisgelder und Sachleistungen im Gesamtwert von rund 20.000 Euro vergeben – darunter 10.000 Euro für Platz eins, 5.000 Euro für Platz zwei und 2.500 Euro für Platz drei. Mindestens ebenso wichtig ist aber das, was die Finalteams auf dem Weg dorthin mitbekommen haben: zehn Wochen Mentoring, Workshops, Pitch-Training, fachliche Beratung und Zugang zu einem regionalen Netzwerk aus Wirtschaft, Gründung und Innovation.
Mehr als ein Wettbewerb
Genau darin unterscheidet sich das Format von vielen klassischen Wettbewerben. Es geht nicht nur darum, am Ende drei Gewinner zu küren. Es geht darum, Ideen überhaupt erst belastbar zu machen. Themen wie Recht, Steuern, Finanzierung, Geschäftsmodell, Marktpotenzial und Präsentation wurden nicht als trockene Theorie behandelt, sondern als Werkzeugkasten für den nächsten Schritt.
Hinter dem Projekt steht der Living Room Ratingen, der sich in den vergangenen Jahren als Ort für Coworking, Austausch und Gründungskultur etabliert hat. Unterstützt wird der Wettbewerb von regionalen Partnern, darunter die Sparkasse Hilden-Ratingen-Velbert und die Rechtsanwaltskanzlei D’Avoine Teubler Neu. Auch die Stadt Ratingen setzt ein Zeichen: Bürgermeister Patrick Anders hat die Schirmherrschaft übernommen.
Vor der öffentlichen Preisverleihung im Cromford Park tagt noch eine Fachjury im Bürgerhaus – nicht öffentlich. Die Entscheidung wird erst am 5. Juli verkündet.
Für Ratingen ist der Innovationsförderpreis mehr als ein einzelner Wettbewerb. Er ist ein Signal an alle, die etwas ausprobieren wollen. Eine Stadt, die sich wirtschaftlich weiterentwickeln will, braucht nicht nur starke Bestandsunternehmen, sondern auch neue Ideen, mutige Gründerinnen und Gründer und Orte, an denen aus einem ersten Gedanken ein tragfähiges Projekt werden kann. Am 5. Juli zeigt sich, welche Ideen diesen Schritt bereits geschafft haben.





