Evangelische Kirchengemeinde Lintorf-Angermund leitet Gebäudereduktion ein

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Die evangelische Kirche mitten in Lintorf, Bild: Nestocom
Die evangelische Kirche mitten in Lintorf, Bild: Nestocom

Ratingen | Die Evangelische Kirchengemeinde Lintorf-Angermund steht vor einem grundlegenden Umbau. In einer Gemeindeversammlung am 21. Juni informierten der Vorsitzende des Presbyteriums Martin Jordan, sein Stellvertreter Christian Lüdecke und Finanzkirchmeisterin Barbara Smaili über die Ergebnisse einer Gebäudebedarfsplanung und einer Machbarkeitsstudie. Die zentrale Frage: Welche Räume braucht die Gemeinde in zehn oder zwanzig Jahren noch?

Mitgliederzahl soll sich bis 2040 nahezu halbieren

Die Ausgangslage lässt wenig Spielraum. Derzeit gehören rund 4.400 Menschen zur Gemeinde Lintorf-Angermund. Bis 2040 soll sich diese Zahl nach Prognosen nahezu halbieren – verbunden mit entsprechend sinkenden Kirchensteuereinnahmen. Dazu kommt ein Beschluss der Landessynode: Kirchlich genutzte Gebäude müssen bis 2035 klimaneutral betrieben und auf den tatsächlichen Bedarf reduziert werden.

Für Lintorf-Angermund heißt das konkret: Von derzeit rund 2.200 Quadratmetern kirchlich genutzter Fläche sollen künftig nur noch gut 600 Quadratmeter übrig bleiben. „Wenn wir jetzt nicht handeln, sind wir bald handlungsunfähig”, machte Christian Lüdecke die Lage deutlich.

Konrad-Adenauer-Platz wird zentraler Standort

Die Planung erfolgt gemeinsam mit der Evangelischen Kirchengemeinde Ratingen, mit der Lintorf-Angermund einen Kooperationsraum bildet. Begleitet wird der Prozess vom Projektbüro Schlünz, das alle Standorte der Gemeinde unter die Lupe genommen hat.

Ein klares Ergebnis: Der Standort am Konrad-Adenauer-Platz soll zum zentralen kirchlichen Ort ausgebaut werden. Vorgesehen sind eine denkmalgerechte und energetische Sanierung von Kirche und ehemaligem Pfarrhaus sowie neue Gemeinderäume.

Das Gemeindezentrum Bleibergweg dagegen wird aufgegeben. Das Gelände soll allerdings nicht einfach verkauft, sondern per Erbbaurecht für Wohnbebauung zur Verfügung gestellt werden. Dabei will die Gemeinde nach Möglichkeit ein Unternehmen bevorzugen, das sozialdiakonisches Engagement unterstützt. Auch am Standort „An den Linden” in Angermund wird eine Flächenreduzierung nötig sein – konkrete Entscheidungen stehen dort noch aus. Die drei Kindertagesstätten im Gemeindegebiet bleiben erhalten.

Beteiligungswerkstatt im September

Presbyterin Raili Volmert und Pfarrer Martin Jordan stellten zum Abschluss das geplante Beteiligungsforum vor. Unter dem Titel „Beteiligungswerkstatt – Zukunftsforum” können sich alle Interessierten am Samstag, 5. September 2026, von 10 bis 13.30 Uhr in der Kirche Lintorf in den Planungsprozess einbringen. Gemeinsam soll erarbeitet werden, welche Räume die Gemeinde künftig braucht und welche Angebote dort Platz finden sollen.

Pfarrer Jordan verwies auf ein biblisches Bild als Leitgedanken: „Der erste Petrusbrief spricht davon, dass Menschen wie lebendige Steine zu einem geistlichen Haus aufgebaut werden. Wir planen nicht nur neue Räume. Wir fragen, wie aus vielen lebendigen Steinen auch morgen Gemeinde werden kann.”