
Ratingen. In der Ratinger Innenstadt ist aufgrund des verfrühten Einfahrens der Marktbeschicker an Markttagen eine wachsende Unruhe zu verspüren. Betroffene Anwohner klagen über eine enorme Lärmbelästigung in den frühen Morgenstunden und äußern bereits seit einigen Jahren ihren Unmut über die unangemessene Situation. Aufforderungen an die Stadt Ratingen zur Beseitigung des Problems stießen bisher auf taube Ohren.
Den Ratinger Marktbeschickern ist das Einfahren in die Innenstadt für Aufbauarbeiten ab sechs Uhr erlaubt. So ist es in der Ratinger Satzung festgeschrieben. Nach Angaben betroffener Anwohner, beginnt der Auf- und Abbau des traditionellen Ratinger Wochenmarktes jedoch schon wesentlich früher. Das Anliefern der Waren sowie die damit verbundenen Rangier- und Aufbauarbeiten führen dabei zu einer enormen Geräuschkulisse, welche die Bewohner der umliegenden Straßen regelmäßig aus dem Schlaf reißt. Zusätzlich verstärkt wird die Lärmbelastung durch beschädigte Gullideckel und unebene Pflastersteine. Das verfrühte Einfahren der Marktbeschicker ist jedoch nicht der einzige Auslöser für die große Frustration auf Seiten der Ratinger. Denn wie betroffenen Anwohner schildern, scheint es inzwischen zur Gewohnheit geworden sein, dass Autofahrer auch über unzulässige Straßen in die Innenstadt einfahren. Besonders die Bechemer Straße sowie die Einfahrt „Am alten Steinhaus seien demnach betroffen.
Die umstrittene Lage in der Ratinger Innenstadt sorgt dabei bereits seit Langem für Diskussionen: Schon seit einigen Jahren melden sich in der Ratinger Innenstadt regelmäßig Anwohner zu Wort, die sich durch den hohen Lärmpegel in den frühen Morgenstunden gestört fühlen. Doch alle bisherigen Versuche, die Stadt Ratingen zugunsten einer gemeinsamen Aussprache miteinzubeziehen blieben erfolglos. Auch eine Sammelbeschwerde des Jahres 2020, eingereicht von Anwohnern der Wall-, Bechemer- und Düsseldorfer Straße, blieb auf städtischer Seite ohne Reaktion.
Gleichzeitig wurde im Jahr 2024 ein neues Betriebssystem für die elektronisch versenkbaren Innenstadt-Poller beschlossen, das künftig eine gezieltere Steuerung der Zufahrten in die Innenstadt ermöglichen soll. Die Poller könnten auf diese Weise das unzulässige und verfrühte Einfahren von Fahrzeugen regulieren und so zur Entlastung der Anwohner beitragen. Die Umsetzung des Betriebssystems sollte voraussichtlich im ersten Quartal des Jahres 2026 erfolgen. Dieses Quartal ist jedoch nun längst vorbei und eine Umsetzung steht weiterhin aus. Wann die Stadt Ratingen die Inbetriebnahme des Poller-Systems angehen wird, bleibt offen.
Dass die Stadt Ratingen bereits im Jahr 2024 mit der Verabschiedung eines neuen Betriebssystems die Bereitschaft zeigte, die Zufahrtssituation in der Innenstadt zu entlasten, ist ein Schritt in die richtige Richtung. Doch solange eine praktische Umsetzung weiterhin ausbleibt, bleibt die erhoffte Entlastung für die Anwohner bislang nur eine Ankündigung – und die Unruhe in den frühen Morgenstunden ein fortbestehendes Problem.




