Ratingen 04/19: Aufstiegs-Showdown am Sonntag in Monheim

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Letztes Heimspiel in der Oberliga-Saison 2025/26 für Ratingen gegen Union Frintrop. Foto: M. Machan

(mmm) „Wir wollen aufsteigen! Wir wollen den Druck unter der Woche auf Hilden massiv erhöhen.“ Eine klare Ansage von Germania Trainer Damian Apfeld am vergangenen Sonntag in der Pressekonferenz im Anschluss an den mühsamen, späten 3:1 Erfolg gegen die vom Abstieg bedrohten Kicker von Adler Union Frintrop. Da auch Hilden mit einem Last-Minute-Treffer gegen den FC Monheim tief in der Nachspielzeit seine Pflichtaufgabe erfüllte, kommt es am kommenden Sonntag zum finalen Aufstiegs-Showdown in der Oberliga Niederrhein: Tabellenführer VfB 03 Hilden (68 Punkte) muss in St. Tönis ran, Ratingen 04/19 (67 Punkte) als Verfolger spielt zum Saison-Abschluss beim FC Monheim (7. Juni, 15.30 Uhr). Ein Fernduell um den Platz an der Sonne in der Regionalliga West, bei der zumindest von der Papierform her Ratingen die leichtere Aufgabe hat. Indes: Für St. Tönis geht es um nichts mehr, Monheim braucht noch jeden Punkt gegen den drohenden Abstieg.

Man ahnt: Das Saison-Finale wird nicht in den Beinen, sondern in den Köpfen entschieden. Das sah man deutlich am Sonntag: Nahezu mühelos gelang Ratingen in der 4. Minute mit der zweiten Topchance durch Ali Hammoud das 1:0. Das Apfeld-Team dominierte vom Anpfiff weg, alles deutete auf einen lockeren Sonntagsspaziergang bei bestem Fußballwetter hin. Die Haupttribüne gut gefüllt, der VIP-Bereich ausverkauft, die Schlange vor der Kasse reichte selbst kurz nach dem Anpfiff noch gut und gerne 50 Meter weit. Alles war angerichtet für ein Fußball-Fest – und doch wurde es vor allem ein nervenaufreibender Nachmittag, immer mit dem Blick aufs Smartphone, was sich in Hilden tut.

Stimmungskiller im blau-gelben Fahnenmeer

Denn schon kurz nach der frühen Führung, wurden die Beine schwer, das Spiel fahrig. „Wir haben den Faden verloren“, so Trainer Apfeld. Frintrop gewann von Minute zu Minute deutliche Feldvorteile, erspielte sich einige veritable Torchancen. Germania-Torwart Marvin Gomoluch rückte immer wieder mit Glanzparaden in den Mittelpunkt, riskierte mitunter Kopf und Kragen. Und so kam es, wie es kommen musste: In der 67. Minute kam Frintrop durch Timo Dapprich zum hochverdienten Ausgleich. Ein Stimmungskiller für das blau-gelbe Fahnenmeer, selbst eine Heimniederlage schien zu diesem Zeitpunkt durchaus möglich.

Wie aus dem Nichts dann das erlösende Ratinger 2:1 in der 84. Minute. Nach einer Ecke landet der Ball auf dem Fuß von Gianluca Silberbach, der den Ball mit seinem ersten und für die Mannschaft zu diesem Zeitpunkt wohl wichtigsten Saisontor erlöst. Mehr noch: In der Nachspielzeit sorgt Guiliano Zimmerling mit dem 3:1 für letztlich klare Verhältnisse, ausgelassenen Jubel, einen kleinen „Platzsturm“, „Spitzenreiter“-Sprechchöre und ein Abschluss-Feuerwerk auf der Gegengerade. Dann begann die 3. Halbzeit, das kollektive Starren auf die Smartphones, da das Spiel in Hilden 30 Minuten später angepfiffen wurde. Auch dort Dramatik pur. Der späte Hildener Siegtreffer (90 +4 Minute) zog sichtbar den Stecker inmitten der ausgelassenen Stimmung.

Indes: Entscheiden ist noch nichts. Auch wenn Hilden vor dem letzten Spieltag einen Punkt vorne liegt, wahrt Ratingen seine Aufstiegschance. Kurios genug: Verliert Hilden nächsten Sonntag und Ratingen schafft nur ein Remis, dann ist sogar ein Entscheidungsspiel der beiden Vereine um den Aufstieg nicht ausgeschlossen. Nichts für schwache Nerven. „16 andere Vereine beneiden uns dafür, dass es bei uns noch um richtig was geht“, schaut Apfeld auf kommenden Sonntag und bedankt sich ausdrücklich für den Fan-Support in der abgelaufenen Saison: „Das macht Spaß, das ist toll und für die 5. Liga absolut ungewöhnlich.“ Marketing-Manager Mirko Köstring ergänzt: „Lasst uns diesen Spirit in Ratingen fortführen.“