Mirko Köstring (Ratingen 04/19): Aufstieg in die Regionalliga wäre das „next level“ – aber kein Harakiri

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Mirko Köstring ist Inhaber der Agentur „Hai-Life“ und Marketingverantwortlicher bei Ratingen 04/19. Foto: A. Heinz

(mmm) „Der erstmalige Aufstieg in die Regionalliga West und das als Punktlandung im Jubiläumsjahr ‚750 Jahre Ratingen‘, das wäre ein echtes Highlight, ja etwas Geschichtliches“, blickt Mirko Köstring, Marketingverantwortlicher der Kicker von Ratingen 04/19, auf die kommenden Wochen und das Saisonfinale am ersten Juni-Wochenende. Und weiter: „Wir sind da ganz entspannt und stellen im Hintergrund alle notwendigen Weichen.“ Das tut man auch bei der Stadt, wo man die Weichen dafür gestellt hat, dass das Stadion mit Blick auf die baulichen und infrastrukturellen Anforderungen regionalliga-fit wird, um die Auflagen für die Lizenz für die unterste Profiliga zu erhalten. Köstring: „Wir gehen die Planungen für die kommende Saison mit einem gesunden Realitätssinn an, das wird kein Harakiri.“ Indes: Die Regionalliga West wäre das „next level“. Der Verein würde in der öffentlichen Wahrnehmung und in Sachen Reichweite – ob in den zahlreichen Fußball-Apps oder im „Kicker“ – verstärkt in den Fokus rücken. Das ist im Hinblick auf die weitere Sponsorensuche bedeutsam.

Doch erst einmal wird es immer spannender: In der Oberliga Niederrhein läuft das Rennen um den Aufstieg in die Regionalliga West auf einen Zweikampf mit Foto-Finish zu. Acht Spieltage vor dem Saisonende sind Ratingen 04/19 (2:2 daheim gegen Meerbusch) und der VfB 03 Hilden (4:1 gegen Jüchen-Garzweiler) punktgleich an der Tabellenspitze. Dank des besseren Torverhältnisses liegt Ratingen knapp vorne. Und Hilden hat – trotz sechs Siegen in Folge – vergangene Woche bekannt gegeben, sich zum Saisonende von Coach Tim Schneider zu trennen. Das sorgt für reichlich Unruhe im Verein.

Ein junger Kader mit viel Perspektive

Ob es bei einem etwaigen Ratinger Aufstieg dann zu den reizvollen Lokalderbys gegen Velbert und den Wuppertaler SV kommt, steht indes dahin. Beide Vereine stecken in der Regionalliga tief im Abstiegskampf. Eine Fußballetage höher versprechen Spiele wie gegen Oberhausen sowie voraussichtlich gegen gleich sieben Zweitvertretungen von Vereinen aus der 1. und 2. Bundesliga für mächtig Reiz und manch bekannten Namen auf Spielfeld wie Trainerbank. Doch noch könne viel passieren, auch Dinge, die man, so Köstring, nicht oder kaum beeinflussen könne, etwa rote Karten oder Verletzungen. Zudem sei die Liga sehr ausgeglichen, fast jeder könne jeden schlagen. Auf der „Haben“-Seite der Ratinger stehe ein junger Kader mit viel Perspektive. „Wir sind Sprungbrett für junge Spieler“, weiß Köstring.

Mit der Verpflichtung von Mirko Köstring als Marketingverantwortlichem bei Ratingen 04/19 gelang dem Verein vor zwei Jahren ein echter Coup. Denn wer könnte in der Stadt besser vernetzt sein, als ein früherer Karnevalsprinz (2001), der anschließend 17 Jahre lang als Präsident des Karnevalsausschusses die Geschicke des närrischen Frohsinns geleitet hat, der mit seiner Agentur „Hai-Life“ auf die (bundesweite) Vermietung mobiler DJs und Moderatoren für private wie professionelle Partys, vor allem aber auf Hochzeiten und Events wie das „Kneipenquiz“ spezialisiert ist – und der für den Fußball (ein Auftrag bei Handball-WM 2007 ist da kein Widerspruch) brennt.

Was Köstrings Arbeit für Ratingen 04/19 besonders macht, ist neben der Werbewirkung des Sponsorings die emotionale wie lokale Bindung. „Wir sind bei den Sponsoren breit aufgestellt. Wenn mal einer wegbricht, ist die Existenz des Vereins nicht gefährdet“, so Köstring, der ursprünglich in Düsseldorf Elektrotechnik studiert hat, nebenbei immer schon als Discjockey arbeitete und genau dort für sich seine Berufung gefunden hat: „Ich bin eine Rampensau!“ Der Verein, mit seinen über 800 Mitgliedern – davon rund 600 Kinder und Jugendliche – versteht sich in seiner DNA als Anlaufstelle für die sportliche Jugendarbeit und ehrenamtliches Engagement in Ratingen. Mit seinen 33 Mannschaften bietet man nicht nur eine sportliche Perspektive, sondern gelebte Gemeinschaft. Immer wieder zu erleben bei den Freitagabend-Heimspielen der 1. Mannschaft.