
(mmm) Mächtig was los auf der Lintorfer Straße: Rund 300 Gäste kamen Ende Januar zur offiziellen Eröffnung der neuen „1880. Urban Gallery“ der jungen wie engagierten Initiatoren Patrick Hoffmann, Dennis Schildberger, Robert Richardson und Phillipp Bobon. Ihre Mission: „Wir wollen als jetzt längerfristig ansässige Kunstgalerie im Herzen der Innenstadt und in Sichtweite zum Marktplatz ein Ausrufezeichen setzen, haben von der Stadt im Rahmen eines Förderprograms zur Belebung der Innenstadt ein zuvor leerstehendes Ladenlokal für zunächst zwei Jahre angemietet, um Künstlern eine neue wie einfache Möglichkeit zu bieten, ihre Werke in der Öffentlichkeit auszustellen. Mit unserer Idee wollen wir aber auch die Stadt unterstützen, sorgen auf einer zuletzt ungenutzten Einzelhandelsfläche für Frequenz“, erläutert Patrick Hoffmann die Philosophie, das Thema Kunst für alle zugänglicher zu machen und weiter ausbauen. Mehr noch: „Mit der Galerie und den geplanten Veranstaltungen tragen wir einen Teil dazu bei, die Kunststadt Ratingen wieder bunter zu machen.
In der Tat avanciert das zweigeschossige, seit Jahrzehnten verputzte Fachwerkgebäude mit seinen ungewöhnlich großen Raumhöhen und zwei Panoramafenstern zum echten Blickfang für die bunte wie freche Kunstwelt im Inneren. Die zahllosen Fingerabdrücke an den Schaufensterscheiben zeugen derweil vom großen Interesse moderner Kunst mitten in der Stadt. Wenn es denn einen gemeinsamen Nenner für die über 100 ausgestellten Einzelwerke, die von Künstlern aus Ratingen, dem Rheinland, aus Deutschland und der Schweiz hier hängen, gibt, dann dieser: Die Exponate sind knallig, farben- und kontrastreich, aufmerksamkeitsstark und auffällig. Das Gros der Werke ist im weitesten Sinne der „Street Art“ angelehnt, was indes kein Kriterium sein muss, um an diesem Ort in einer Gruppenausstellung mit insgesamt vier Künstlerinnen und Künstlern auszustellen (Kontaktformular: www.theurbanlivingroom.de). Hoffmann: „Wir wollen jedem eine Chance geben und sind offen für gestaltende Künstler jeder Stilrichtung.“
Ein neuer Hotspot der Kunstszene
Ende Oktober vergangenen Jahres deutete uns Hoffmann seine Umzugspläne für den Sommer‘26 an. Jetzt ging alles viel schneller. Vom „Urban Livingroom“, untergebracht in einem Eckhaus an der Düsseldorfer Straße 88 mit eher wenig Laufpublikum, ging es an die Lintorfer Straße 25. „Hier haben wir an einem Samstag mehr Publikum und Kunstinteressierte als am alten Standort im ganzen Monat“, freut sich Hoffmann. Mit Blick auf die schieren Quadratmeter hat sich die Galerie von 38 auf 150 Quadratmeter nahezu vervierfacht und zu einem Hotspot der Kunstszene entwickelt. Die aktuelle Eröffnungsausstellung endet am Samstag (21. Februar). Schon Anfang März folgt die nächste Gruppenausstellung (Vernissage am 7. März um 18 Uhr). Mit dabei sind Jasmin Hunkeler, Thorsten Volps, Daniela Schreiber und Caner Proske. Vier Künstlerinnen und Künstler, die in ihrer gestalterischen DNA unterschiedlicher kaum sein können. Hoffmann: „Die Ausstellung wird erneut von den Spannungen und Kontrasten leben, kein Bild wird dem anderen gleichen.“
Mit seiner eigenen Kunst, filigrane Skulpturen und Exponate mit dem offenporigen Naturstein Travertin vor allem, geht der Ratinger auch selbst erfolgreiche Wege: Die Werke des 43-jährigen Skulpteurs reichen von kleinen, bunt bedruckten Steinplatten bis hin zu großen, beeindruckenden Steinskulpturen, die er mit Edelmetallen, bunten Schmetterlingen oder Alltagsgegenständen veredelt. Für seine Kunstwerke brauche er weder namhafte Galerien noch fest etablierte Ausstellungsräume. Entscheidend sei der Kontakt zu Kunstinteressierten wie der Gedankenaustausch als Quelle der Inspiration.




